zum Inhalt

Weihnachtsgeschäft 2025 verfehlt Erwartungen; Einzelhandel setzt auf Verkäufe nach den Feiertagen

Photo by Kevin Dowling / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Das diesjährige Weihnachtsgeschäft entwickelt sich für den deutschen Einzelhandel deutlich schlechter als erwartet. Der Handelsverband Deutschland schätzt für November und Dezember einen Gesamtumsatz von 126,2 Milliarden Euro. Das entspricht nominal einem Wachstum von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch liefern aktuelle Umfragen ein deutlich kritisches Bild. Zwei Drittel der befragten Unternehmen zeigen sich unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Nur rund ein Fünftel bewertet die aktuelle Entwicklung positiv.

Schwache Kundenfrequenzen prägen die Vorweihnachtszeit

Die Händler kämpfen mit deutlich geringeren Kundenzahlen als im Vorjahr. Sieben von zehn Händlern berichten von weniger Besuchern als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die Situation zieht sich durch alle Adventswochen. Bis in die dritte Adventswoche hinein blieb eine Besserung aus. Selbst an starken Samstagen im Advent erreichten viele Innenstädte kaum das Besucherniveau der Vorjahre. Der sogenannte Super-Samstag am 20. Dezember brachte zwar wieder deutliche Frequenzen, doch insgesamt liegt die Entwicklung deutlich hinter den Erwartungen.

Verbraucher sind sparsamer und preissensibler

Ein zentraler Grund ist die zurückhaltendere Ausgabebereitschaft der Verbraucher. Laut HDE rechnen acht von zehn Handelsunternehmen mit zögerlichen Käufen. Zugleich steigt die Preissensibilität deutlich. 83 Prozent der befragten Unternehmen beobachten eine verstärkte Preisorientierung bei ihren Kunden. Die geplanten Ausgaben für Weihnachtsgeschenke sinken ebenfalls. Im Schnitt planen die Menschen ein Budget von 263 Euro pro Person, etwa 34 Euro weniger als im Vorjahr. Die beliebtesten Geschenke bleiben Gutscheine, gefolgt von Spielwaren und Büchern. Rabatte gewinnen an Bedeutung. Für rund ein Drittel der Käufer entscheiden Rabatte maßgeblich über den Kauf.

Online-Handel zeigt sich widerstandsfähiger

Der Online-Handel entwickelt sich deutlich besser als der stationäre Handel. Für Dezember erwartet der HDE ein nominales Wachstum von 3,3 Prozent beim E-Commerce. Die Online-Umsätze sollen rund 22,2 Milliarden Euro erreichen. Der Online-Anteil am gesamten Weihnachtsumsatz liegt aktuell bei knapp 18 Prozent und wächst weiter.

Zwischen den Jahren

Die Branche setzt verstärkt auf die verbleibenden Tage bis Heiligabend und auf die Zeit zwischen den Feiertagen. Der HDE-Hauptgeschäftsführer betont, dass die kommende Woche vor dem vierten Advent die umsatzstärkste Zeit des gesamten Weihnachtsgeschäfts sein könnte und mit Umsätzen von etwa 17 Milliarden Euro rechnen. Für viele Handelsunternehmen ist jedoch die Phase nach Weihnachten bis zum neuen Jahr wichtiger. In dieser Zeit lösen Verbraucher Gutscheine oder Bargeldgeschenke ein. Umfragen deuten darauf hin, dass rund 20 Prozent der Unternehmen in diesem Zeitraum positive Impulse für das Gesamtergebnis erwarten.

Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts für das Gesamtjahr

Die Weihnachtszeit hat eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Mehr als 20 Prozent des Jahresumsatzes werden in diesen beiden Monaten erzielt. Kategorien, die besonders gut laufen sind bislang Spielwaren, Uhren, Schmuck und Bücher.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Dieselpreis unter Vorkriegsniveau: Entspannung mit Ablaufdatum

Dieselpreis unter Vorkriegsniveau: Entspannung mit Ablaufdatum

Die Preise an den Tankstellen sind zuletzt gesunken. Diesel kostet wieder weniger als vor dem Iran-Konflikt. Ursachen sind deutlich niedrigere Großhandelspreise und ein zeitlich befristeter Tankrabatt auf Kraftstoffe. Entwicklung an den Zapfsäulen Wer am Wochenende den Fuhrpark betankt hat, zahlte weniger für Diesel als kurz vor dem Iran-Krieg. Der Großhandelspreis

Warum so viele Beschäftigte ins Ausland wollen und was das für den Mittelstand bedeutet

Warum so viele Beschäftigte ins Ausland wollen und was das für den Mittelstand bedeutet

Viele Beschäftigte in Deutschland erwägen einen Job im Ausland. Die Gründe sind klar: höheres Einkommen, bessere Lebensqualität und weniger Abgaben. Die Tendenz betrifft auch eine junge Generation. Experten warnen, der Fachkräftemangel könnte dadurch in den kommenden Jahren stärker zunehmen. Die neue Lust auf den Job im Ausland Eine aktuelle Umfrage

On baut roboterbasierte Schuhproduktion in der Schweiz aus

On baut roboterbasierte Schuhproduktion in der Schweiz aus

Die Rückkehr der Schuhproduktion in ein Hochlohnland In den kommenden Jahren will der Laufschuhhersteller On deutlich mehr Schuhe in der Schweiz fertigen. Die Firma setzt dabei auf eine weitgehend automatisierte Produktion mit Robotern. Die Entscheidung ist mehr als eine PR-Aktion. Sie zeigt, dass sich hochautomatisierte Fertigung auch in einem teuren

China-Schock in Deutschland: Billigimporte aus China erklären nur einen Teil des Problems

China-Schock in Deutschland: Billigimporte aus China erklären nur einen Teil des Problems

Eine neue Analyse zeigt, dass der China-Schock nicht allein durch subventionierte Billigimporte zu erklären ist. Ein wesentlicher Anteil resultiert aus eigenem Versäumnis der deutschen Wirtschaft. Eine neue Studie stellt das gängige Bild infrage Die Untersuchung europäischer Ökonomen zeichnet ein deutlich komplexeres Bild des China-Schocks als eine bloße Dumpingwelle. Deutschland verliert