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Photo by Daniel Salcius / Unsplash

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Volkswagen steht unter erheblichem Druck. Der Konzern setzt auf massives Sparen und einen Umbau, während Anleger, Gewerkschaften und Beobachter fragen, ob eine klare Produkt- und Softwarestrategie den Weg aus der Krise ebnet.

Sparprogramm mit tiefen Einschnitten

Im Kern des aktuellen Kurses steht ein umfangreicher Stellenabbau an den deutschen Standorten. Bis 2030 sollen an rund zehn Werken etwa 35.000 Arbeitsplätze sozialverträglich wegfallen, überwiegend in Niedersachsen. Zehntausende Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet, darunter Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen.

Gleichzeitig laufen Programme zum Personalabbau auch bei Audi und Porsche, die mehrere zehntausend Stellen betreffen.

Das Ziel des Konzerns ist, die Fixkosten deutlich zu senken und damit mehrere Milliarden Euro pro Jahr einzusparen. Zuvor hatte Volkswagen Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe bis 2030 geplant und diese Pläne überprüft, um mehr Mittel für margenstarke Projekte freizumachen. Trotz der Einschnitte ging der Gewinn im vergangenen Jahr deutlich zurück, was viele als Warnzeichen werten.

„Ein Sparprogramm allein ist keine Strategie“

Große Fondsgesellschaften kritisieren, dass Volkswagen zu stark auf Kostensenkung setzt und zu wenig über ein klares Konzept für Produkte, Software und wichtige Märkte spricht. Janne Werning von Union Investment formulierte, ein reines Sparprogramm sei noch keine Strategie. Er machte deutlich, dass Gewinnrückgang, Schwächen in China und den USA sowie der Übergang zu softwaregestützten Fahrzeugen ein kohärentes Gesamtkonzept erfordern.

Auch Ingo Speich von Deka betonte, dass attraktive Modelle die Grundlage für Erfolg seien und die Diskussion um Kosten dann in den Hintergrund rücken könne. In China ist Volkswagen zwar stark vertreten, konkurriert dort aber inzwischen mit einheimischen Herstellern, die in Elektroantrieben und digitaler Vernetzung oft moderner wirken. Der Konzern reagiert mit Neufahrzeugen, die in China entwickelt und speziell auf diesen Markt zugeschnitten sind, um Entwicklungszeiten zu verkürzen und Kosten zu senken. Ob diese Strategie trägt, bleibt offen.

Widerstand von IG Metall und Betriebsrat

IG Metall und der Betriebsrat begleiten den Kurs mit deutlicher Skepsis. Sie pochen auf sichere Arbeitsplätze, gute Bedingungen und verlässliche Perspektiven für die Belegschaft und kündigen Widerstand gegen Maßnahmen an, die diese Leitlinien verletzen. Werksschließungen gelten aus ihrer Sicht als nicht verhandelbar, auch wenn Hannover oder Emden als vergleichsweise teuer gelten.

Für einige Standorte bestehen Beschäftigungssicherungen bis 2030, während andere, etwa Osnabrück, nur bis in die zweite Hälfte des Jahrzehnts fest abgesichert sind. Die Arbeitnehmervertreter betonen zugleich, dass sie sich eine klare Zukunftsvision für die Werke wünschen. Dazu gehören konkrete Zusagen zu neuen Modellen, zu Qualifizierungsprogrammen rund um Elektromobilität und Software sowie zu Investitionen in moderne Produktionstechniken. Ohne solche Perspektiven verschärft sich die Unsicherheit in Regionen, in denen Volkswagen einer der wichtigsten Arbeitgeber ist.

Schwache Governance als zusätzlicher Bremsklotz

Ein weiterer Kritikpunkt der Investoren betrifft die Struktur des Aufsichtsrats. Dort sitzen Vertreter des Landes Niedersachsen, der Familien Porsche und Piech sowie Gewerkschaft und Betriebsrat, was den Entscheidungsprozess schwerfällig mache. Ein Deka-Experte sprach von einer schwachen Unternehmensführung und forderte Reformen im Kontrollgremium, ohne den Vorstand selbst infrage zu stellen.

Die komplexe Eigentümer- und Mitbestimmungsstruktur erschwere schnelle Richtungswechsel, etwa bei der Priorisierung von Projekten, dem Umgang mit defizitären Werken oder dem Aufbau einer einheitlichen Softwareplattform im Konzern. Für einen Anbieter, der weltweit mit agilen Konkurrenten um Marktanteile kämpft, kann dies ein handfester Wettbewerbsnachteil sein.

Quellen

https://www.ftd.de/unternehmen/industrie/volkswagen-hauptversammlung-2026-aktie-dividende/

https://auto.economictimes.indiatimes.com/news/passenger-vehicle/volkswagen-ag-to-slash-35000-jobs-by-2030/116585368

https://www.cbtnews.com/volkswagen-trims-long-term-spending-plan-as-china-us-challenges-mount/

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-sparprogramm-hauptversammlung-100.html

https://me.peoplemattersglobal.com/news/strategic-hr/volkswagen-stays-course-on-restructuring-targets-28000-job-cuts-by-2030-50254

https://www.volkswagen-group.com/en/press-releases/volkswagen-group-with-mixed-start-to-fy-2025-strong-product-momentum-and-focus-on-cost-discipline-19223

https://www.aktien.news/vw-hauptversammlung-sparprogramm-allein-rettet-den-konzern-nicht

https://www.hrkatha.com/news/volkswagen-targets-28000-job-cuts-by-2030/

https://www.wsj.com/business/autos/will-volkswagens-massive-made-for-china-bet-pay-off-3a600abc

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lage-bei-vw-ein-sparprogramm-allein-ist-keine-strategie,vw-1146.html

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/stellenabbau-und-werksschliessungen-wie-stehts-um-vw,vw-1050.html

https://news.dealershipguy.com/p/volkswagen-shifts-ev-development-to-china-claiming-it-can-cut-costs-by-up-to-50-2025-11-26

https://lemgoradio.de/news/volkswagen-unter-druck-sparprogramm-allein-reicht-experten-nicht-aus

https://www.tagesschau.de/eilmeldung/vw-ig-metall-einigung-tarifstreit-100.html

https://finance.yahoo.com/news/china-us-weakness-drags-volkswagen-142841933.html

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-sparprogramm-hauptversammlung-100.html

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