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VW knüpft US-Investitionen strikt an Zollentlastungen

Volkswagen macht künftige Milliardeninvestitionen in den USA ausdrücklich von Zollentlastungen abhängig. Konzernchef Oliver Blume warnt, dass die derzeitigen US-Zölle Fahrzeuge und Bauteile aus Europa so stark verteuern, dass sich ein Ausbau des amerikanischen Geschäfts nicht mehr rechne. Besonders betroffen wären teurere Audi-Modelle, aber auch volumenstarke VW-SUVs und preisempfindliche Einstiegsmodelle. Ein geplanter Audi-Standort in den USA steht deshalb auf der Kippe. Trotz solider Finanzlage und sinkender Investitionsquote hält Blume zusätzliche Werke ohne Zollfortschritte für wirtschaftlich nicht tragbar.

Gleichzeitig fordert Blume eine selbstbewusstere Linie der EU gegenüber Washington. Europa solle eigenen industriepolitischen Interessen folgen und nicht automatisch US-Forderungen übernehmen. VW verhandelt parallel direkt mit der US-Regierung und signalisiert Investitionsbereitschaft im Gegenzug für Zollentlastungen und Subventionen. Für deutsche Mittelständler in der Zulieferkette erhöht sich damit der Druck. Verschobene Großinvestitionen würden Aufträge bremsen, zugleich zeigt das Vorgehen von VW aber, dass harte Verhandlungen mit den USA möglich sind und zum Erfolgsfaktor werden könnten.

USA treiben Aufbau eigener Rohstoffketten voran

Die US-Regierung plant eine milliardenschwere Beteiligung am Bergbauunternehmen USA Rare Earth, um die heimische Versorgung mit Seltenen Erden zu sichern. Vorgesehen sind 1,6 Milliarden Dollar staatliches Kapital für einen Anteil von zehn Prozent sowie zusätzlich eine Milliarde Dollar aus privater Hand. Es ist bereits das vierte große Investment Washingtons in den Rohstoffsektor, insgesamt stehen rund 7,5 Milliarden Dollar bereit, hinzu kommen Rohstoffkäufe des Verteidigungsministeriums im Umfang von einer Milliarde Dollar.

Ziel ist der Aufbau integrierter Wertschöpfungsketten von der Mine bis zum Hochtechnologieprodukt. USA Rare Earth entwickelt dafür Standorte in mehreren US-Bundesstaaten von der Förderung bis zur Magnetproduktion und errichtet mit der Tochter Less Common Metals zusätzlich eine Produktionsstätte in Frankreich, die von der französischen Regierung subventioniert wird. Hintergrund ist die starke Abhängigkeit vom bislang dominierenden Verarbeiter China. Die USA und Europa wollen alternative Lieferketten schaffen, was auch für deutsche Elektronik-, Automobil- und Maschinenbauunternehmen die Verfügbarkeit von Schlüsselmaterialien und mögliche neue Partnerschaften verändern könnte.

Japan droht Spekulanten und bereitet mögliche Yen-Intervention vor

Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi warnt vor weiterer Spekulation gegen den Yen und stellt Eingriffe am Devisenmarkt in Aussicht. Der Yen war zeitweise auf über 159 je Dollar gefallen, erholte sich nach Signalen aus Tokio und einer Kursabfrage der New Yorker Fed aber wieder auf rund 155. Hintergrund sind Zweifel an Takaichis Finanzpolitik, geplante Steuersenkungen auf Lebensmittel und sehr vorsichtige Zinserhöhungen der Notenbank. Anleger fürchten steigende Staatsverschuldung und Inflation, was Anleihen und Währung unter Druck setzt.

Für deutsche Mittelständler mit Japan-Geschäft steigt das Wechselkursrisiko. Absicherungsstrategien für Yen-Positionen werden wichtiger, Investitionen und Joint Ventures könnten vorübergehend an Attraktivität verlieren. Die Entwicklung fällt mitten in den japanischen Wahlkampf, in dem der Umgang mit Devisenreserven und ETF-Beständen umstritten ist. Während die Opposition Verkäufe zur Finanzierung von Steuersenkungen fordert, warnt die Regierung vor Marktverwerfungen und Gefahren für die Unabhängigkeit der Zentralbank. Gleichzeitig signalisiert die US-Regierung stillen Schulterschluss mit Tokio, um extreme Kursschwankungen zu verhindern.

Silbermangel zwingt Solarbranche zum Technologiewechsel

Der stark gestiegene Silberpreis setzt die Solarindustrie unter erheblichen Kostendruck. Die Branche verbraucht bereits rund ein Fünftel der weltweiten Silberförderung, während der Zubau neuer Solarkapazitäten weiter rasant wächst. Experten erwarten bis 2030 eine deutliche Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Als Reaktion arbeiten große Hersteller, vor allem aus China, an Solarzellen mit deutlich reduziertem oder ganz ohne Silberanteil. Im Fokus steht Kupfer, unter anderem in Form von Kupferpasten mit dünner Silberbeschichtung, die Leitfähigkeit und Leistung sichern und zugleich den Silberverbrauch senken.

Technisch ist der Umstieg anspruchsvoll, weil Kupfer schneller oxidiert und die Module jahrzehntelang zuverlässig funktionieren müssen. Neue Barriereschichten, Sinterprozesse und Langzeittests sind notwendig, um die Stabilität kupferbasierter Zellen zu belegen. Noch dominieren silberintensive TOPCon-Zellen den Markt, während silberärmere Technologien wie HJT erst geringe Anteile haben. Für mittelständische Solarunternehmen bedeuten die nächsten Jahre einen Übergang mit parallelen Technologien. Investitionen in flexible Produktions- und Beschaffungsstrategien werden wichtiger, da unklar ist, welche Lösung sich durchsetzt. Die Silberpreisrally beschleunigt damit den Innovationsdruck, auch wenn Analysten eher mit einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau als mit einem Rückgang der Preise rechnen.

Airbus-Chef warnt vor Strukturkrise in der Luftfahrtindustrie

Airbus-Chef Guillaume Faury zeichnet in einem internen Schreiben an die Belegschaft das Bild einer Industrie im Dauerstress. Auf das Unternehmen und seine rund 160.000 Mitarbeitenden pralle eine Serie von Krisen, verschärft durch geopolitische Spannungen und Handelskonflikte zwischen den USA und Europa. Vor allem mittelständische Zulieferer leiden unter gestörten Lieferketten, höheren Finanzierungskosten und wachsender Planungsunsicherheit. Zugleich kämpft Airbus mit hausgemachten Problemen. Fehlerhafte Rumpfpaneele eines spanischen Zulieferers und ein Softwareproblem mit einem Rückruf von 6.000 A320-Jets zwangen den Konzern zu Nacharbeiten und zur Korrektur seiner Auslieferungsziele. Zwar konnte Airbus 2025 mit 793 ausgelieferten Maschinen das angepasste Ziel knapp erreichen. Hinter der stabilen Nachfrage verbergen sich jedoch tiefere strukturelle Schwächen in Produktion, Qualitätssicherung und Wartung.

Faury warnt vor den Folgen der von den USA erhobenen Zölle und fordert eine Rückkehr zum zollfreien Handel in der Luftfahrt. Andernfalls drohten Gegenzölle und eine weitere Belastung der ohnehin angespannten Kostenstrukturen. Gleichzeitig stellt er die europäische Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt. Nach seiner Einschätzung sind Konsolidierungen und engere industrielle Kooperationen nötig, um Skaleneffekte zu heben und die Abhängigkeit von globalen Lieferketten zu verringern. Für mittelständische Zulieferer ergeben sich daraus sowohl Risiken als auch Chancen. Überlastete Wartungsbetriebe, Fachkräftemangel und wiederkehrende Verzögerungen bei Triebwerken verschärfen die Lage zusätzlich. Faury ruft zu mehr europäischer Eigenständigkeit und Solidarität auf. Mittelständische Betriebe sollten sich auf anhaltende Volatilität einstellen und ihre Rolle in regionaleren, stärker integrierten Wertschöpfungsketten neu definieren.

Konflikt bei MAN: Streit um Tempo und Umfang des Stellenabbaus

Beim Lkw-Hersteller MAN eskaliert der Konflikt mit der IG Metall. Während das Unternehmen den Abbau von 2.300 Stellen in Deutschland vermeintlich über zehn Jahre strecken will, wirft die Gewerkschaft dem Management vor, deutlich schneller Fakten zu schaffen. In Salzgitter rechnet die IG Metall bereits ab Januar 2027 mit Massenentlassungen. Zudem befürchtet sie, dass die vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 unterlaufen wird. Besonders umstritten ist die geplante Verlagerung wichtiger Produktionsteile, etwa der Karosseriefertigung, vom Stammwerk München ins polnische Krakau. Arbeitnehmervertreter sehen dadurch die wirtschaftliche Basis des Münchner Werks mittelfristig gefährdet.

MAN verweist zur Begründung auf schwache Märkte in Europa und den USA, hohe Energie- und Personalkosten sowie einen Rückgang der operativen Marge. Gleichzeitig kündigt der Konzern Investitionen von rund einer Milliarde Euro in die deutschen Standorte bis 2030 an und verspricht deren Erhalt. Die IG Metall hält dagegen, dass bereits zahlreiche Sanierungsbeiträge geleistet wurden, etwa angebotene Lohnzugeständnisse und längere Arbeitszeiten in München, die das Management nicht akzeptiert hat. In Salzgitter gibt es noch keine Einigung, der Standort gilt als Testfall für die Glaubwürdigkeit von MAN. Ohne Zusagen über 2030 hinaus drohen Warnstreiks. Der Fall zeigt, wie schnell Vertrauensbrüche in der betrieblichen Sozialpartnerschaft entstehen und welche Risiken ein überwiegend kostengetriebener Restrukturierungskurs für Unternehmen und Belegschaften birgt.

Indien öffnet seinen Automarkt: Neue Chancen für deutsche Hersteller

Indien will im Rahmen eines Freihandelsabkommens mit der EU die extrem hohen Importzölle auf Autos deutlich senken. Die Abgaben sollen von bislang bis zu 110 Prozent schrittweise auf 40 Prozent und langfristig auf zehn Prozent fallen. Premierminister Narendra Modi und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollen das Abkommen in Kürze besiegeln. Für deutsche Hersteller wie VW, Mercedes-Benz und BMW wäre dies der Türöffner zum drittgrößten Automarkt der Welt, in dem europäische Anbieter bisher weniger als vier Prozent Marktanteil halten. Der Markt wird bislang von Suzuki sowie indischen Herstellern wie Mahindra und Tata Motors dominiert.

Die Öffnung ist stufenweise geplant und gilt zunächst für rund 200.000 importierte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor pro Jahr, die oberhalb eines Importpreises von 15.000 Euro liegen. Elektroautos bleiben in den ersten fünf Jahren aus Schutzgründen für die indische E-Auto-Industrie ausgenommen, sollen danach aber ähnliche Zollvorteile erhalten. Analysten rechnen damit, dass der indische Markt bis 2030 auf sechs Millionen Fahrzeuge pro Jahr wächst. Europäische Konzerne planen bereits zusätzliche Investitionen, was auch dem deutschen Mittelstand in der Zulieferindustrie neue Aufträge bringen dürfte. Indien erhält im Gegenzug besseren Zugang zum EU-Markt, etwa für Textilien und Schmuck, und will sich damit von hohen US-Zöllen unabhängiger machen. Für die EU ist das Abkommen in einer angespannten geopolitischen Lage ein strategischer Schritt, um den Handel mit einem dynamisch wachsenden Partner auszubauen.

Quellen

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https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/autobauer-vw-chef-koppelt-neue-us-investitionen-an-entlastungen-bei-zoellen/100194496.html

https://www.spiegel.de/wirtschaft/vw-chef-blume-knuepft-investitionen-an-entlastung-bei-zoellen-a-85a1e3ef-6a66-4f3f-9c7a-a736ef1399b6

https://www.fuldainfo.de/vw-verhandelt-ueber-zoelle-und-will-weiter-in-den-usa-investieren/

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/volkswagen-autobauer-hat-ueberraschend-viel-in-den-kassen-aktie-steigt-a-f0a7d2c7-b8fc-4df1-8176-8989379bbda9

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