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Autoindustrie verliert über 48.000 Stellen binnen eines Jahres
Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Autoindustrie beläuft sich derzeit auf rund 721.400. Das bedeutet einen Rückgang von 48.700 Arbeitsplätzen im Vergleich zum Vorjahr. Das entspricht 6,3 Prozent weniger Beschäftigung. Es ist der stärkste Rückgang in einer Branche mit mehr als 200.000 Mitarbeitenden. Zulieferer treffen die Verluste besonders stark. In der Herstellung von Autoteilen und Zubehör sank die Beschäftigung um 11,1 Prozent. Fahrzeughersteller verloren 3,8 Prozent. Damit erreicht die Branche den niedrigsten Stand seit Mitte 2011. Experten führen die Entwicklung auf Handelskonflikte mit den USA und China, gestiegene Energiekosten infolge des Ukraine-Kriegs sowie eine unsichere Nachfrage bei der Umstellung auf Elektromobilität zurück.
MAN kündigt schrittweisen Stellenabbau in Deutschland über zehn Jahre an
Der Nutzfahrzeughersteller MAN plant bis 2035 den Abbau von rund 2.300 der insgesamt 15.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Der Abbau soll sozialverträglich über Vorruhestandsregelungen erfolgen; Kündigungen sind ausgeschlossen. München verliert mit 1.300 Stellen den größten Anteil, gefolgt von Salzgitter (600) und Nürnberg (400). Als Gründe nennt MAN hohe Strom- und Lohnkosten in Deutschland sowie steigenden Druck durch asiatische Wettbewerber wie BYD, die bereits Werke in der Türkei und Ungarn betreiben. Die IG Metall wertet die Verluste höher und warnt, dass auch Verwaltungs- und Entwicklungsbereiche betroffen sein könnten, falls Produktionsschritte nach Polen verlagert werden.
BDI fordert strategische Rohstoffpartnerschaften mit Afrika zur Sicherung kritischer Lieferketten
Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert eine klare Afrika-Strategie, um die Versorgung deutscher Unternehmen mit kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Mangan zu sichern. Hintergrund ist die zunehmende Abhängigkeit Europas von China, das viele Kobaltminen in der Demokratischen Republik Kongo kontrolliert. Der BDI betont, dass afrikanische Länder über weltweit große Reserven vieler rohstoffkritischer Stoffe verfügen. Statt lediglich Rohstoffe zu importieren, plädiert der Verband für gemeinsame Investitionen in lokale Verarbeitungsanlagen und Infrastrukturprojekte. Konkret schlägt der BDI vor, Offtake-Agreements abzuschließen, die deutschen Unternehmen langfristige Bezugsrechte sichern, und afrikanische Partner beim Aufbau von Wertschöpfungsketten zu unterstützen. Dies entspricht auch der Forderung afrikanischer Regierungen, wie Simbawes Lithium-Exportverbot zeigt, das lokale Industriestrukturen fördern soll.
Quellen
https://industriemagazin.at/news/man-stellenabbau-muenchen-2300-jobs-weg-gewerkschaft-warnt/
https://www.it-boltwise.de/man-plant-stellenabbau-in-deutschland-auswirkungen-und-reaktionen.html
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/man-stellenabbau-li.3341521
https://www.stern.de/wirtschaft/jobabbau-bei-man--lkw-hersteller-baut-2300-stellen-ab-36825754.html
https://www.enbw.com/unternehmen/themen/speicher/second-life-batterien.html
https://www.yello.de/wissen/saubere-energie/smart-charging/
https://www.swd-ag.de/magazin/mobilitaet/second-life-batterien/
https://dserver.bundestag.de/btd/20/082/2008206.pdf
https://bdi.eu/publikation/news/afrika-als-strategischer-partner
https://safri.de/pressemitteilung-afrikawende-jetzt-gestalten/
https://bdi.eu/publikation/news/bdi-strategie-subsahara-afrika0
