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Industriemetalle im strukturellen Preishoch

Kupfer, Aluminium und Nickel haben 2025 Rekordstände erreicht und bleiben 2026 teuer. Kupfer überschritt an der London Metal Exchange kurzzeitig 13 000 US-Dollar pro Tonne und verteuerte sich im Jahresverlauf um mehr als 43 Prozent. Auch Aluminium und Nickel zogen deutlich an. Analysten sehen kein kurzfristiges Börsenphänomen, sondern ein anhaltendes Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Minenausfälle, sinkende Erzgehalte und jahrelang zu geringe Investitionen führen zu Knappheit, die sich kurzfristig kaum abbauen lässt. Prognosen für 2026 liegen je nach Institut zwar auseinander, bewegen sich aber durchweg auf hohem Niveau.

Gleichzeitig steigt die strukturelle Nachfrage. Energiewende, Elektrifizierung und Digitalisierung treiben den Bedarf an Kupfer, Nickel und Aluminium dauerhaft. Elektroautos, Netzausbau, Windparks und Rechenzentren verschlingen große Metallmengen. Hinzu kommen geopolitische Risiken und mögliche US-Zölle, die Lieferketten und Lagerbestände zusätzlich durcheinanderbringen. Für technische Entscheider im Mittelstand bedeutet das: Sie müssen sich auf längere Phasen hoher und schwankender Metallpreise einstellen. Effizienz, Recycling und eine strategische Beschaffungs- und Lieferkettenplanung werden zu zentralen Stellhebeln, da die Zeit günstiger Industriemetalle auf absehbare Zeit vorbei ist.

Kredithürden erreichen Rekordniveau: Deutsche Mittelständler kämpfen um Bankfinanzierung

Die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen hat sich so stark verschärft wie seit Beginn der KfW-Messungen 2017 nicht mehr. Im vierten Quartal 2025 berichteten 37,8 Prozent der Mittelständler von deutlich schwierigeren Kreditverhandlungen, besonders betroffen sind Einzelhandel und Dienstleister. Viele Unternehmen reagieren mit Zurückhaltung bei Investitionen, nur jedes fünfte führt derzeit überhaupt Bankgespräche. Das bremst das Wachstum zusätzlich und verstärkt die konjunkturelle Schwäche. Banken verweisen auf verschlechterte Fundamentaldaten, strengere Bonitäts- und Liquiditätsanforderungen sind die Folge.

Großunternehmen spüren den Druck zwar ebenfalls, können aber häufiger weiter investieren und Kredite nachfragen. Für 2026 rechnet die KfW mit etwas Entspannung, getrieben durch staatliche Investitionsprogramme und wachsendes Interesse insbesondere an technologieorientierten Projekten. Für technische Entscheider im Mittelstand bedeutet das: Investitionsvorhaben müssen frühzeitig mit der Bank abgestimmt und mit belastbaren Plänen und Kennzahlen unterlegt werden, um trotz verschärfter Bedingungen Finanzierungschancen zu sichern.

Industrie verschiebt Wertschöpfung in Services

Industrieunternehmen verdienen zunehmend mit Dienstleistungen statt ausschließlich mit der Produktion. Laut ifo Institut erwirtschaftete die Industrie 2024 rund 166 Milliarden Euro mit produktbegleitenden Services. Vor allem Maschinenbau, Fahrzeugbau und Elektroindustrie steigern ihren Serviceanteil. Besonders stark profitieren forschungsintensive Firmen, die zusätzlich Künstliche Intelligenz nutzen. Für mittelständische Entscheider wird der Wandel zur Kernaufgabe, da klassische Geschäftsmodelle auf Basis reiner Einzelverkäufe an Schlagkraft verlieren.

Treiber sind komplexere Produkte, veränderte Kundenerwartungen, globale Spannungen, Dekarbonisierung und strengere Regulierung. Produktion wandert in günstigere Länder, während Entwicklung, Service und Planung in Deutschland zulegen. Das Recht auf Reparatur ab 2026 stärkt Reparatur- und Ersatzteilgeschäft zusätzlich. Für agile Mittelständler entstehen Chancen: Wer Produktdaten strukturiert, digitale Serviceprozesse etabliert und die Belegschaft auf Beratung, Wartung und technische Planung ausrichtet, kann sich als Lösungsanbieter positionieren und seine Wettbewerbsfähigkeit im Strukturwandel sichern.

US-Strafzölle belasten vor allem Amerikaner und verkomplizieren US-Geschäft

Neue Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeigen, dass US-Strafzölle vor allem die eigene Volkswirtschaft treffen. Rund 96 Prozent der Zolllast tragen amerikanische Verbraucher und Unternehmen, nur vier Prozent ausländische Exporteure. Die Analyse von über 25 Millionen Lieferdatensätzen mit einem Volumen von knapp vier Billionen Dollar belegt: Die Zolleinnahmen der USA stiegen zwar deutlich, doch die ausländischen Preise gaben nicht nach. Für US-Kunden wurden Importe teurer oder knapper, die Zölle wirkten faktisch wie eine Verbrauchssteuer. Das bremst das Wachstum weltweit. Simulationsrechnungen gehen davon aus, dass das deutsche BIP in den ersten zwei Jahren nach einer umfassenden Zolleinführung um mehr als ein Prozent sinken könnte, in den USA droht ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu fünf Prozent.

Politisch verschärft sich die Lage weiter. Der US-Präsident droht ab Februar mit neuen Zöllen von zehn Prozent auf Einfuhren aus acht europäischen Ländern, die EU bereitet Gegenmaßnahmen im Volumen von 93 Milliarden Euro vor. Für deutsche Mittelständler mit USA-Geschäft bedeutet das sinkende Exporte, Druck auf Margen und die Notwendigkeit, Preise stabil zu halten, obwohl amerikanische Kunden bereits unter höheren Kosten leiden. Experten erwarten langfristige Schäden für Produktivität und Wachstum, ziehen Parallelen zum Brexit und verweisen gleichzeitig auf Chancen durch die Diversifikation von Märkten und Lieferketten. Die Industrie- und Handelskammern warnen vor anhaltender Unberechenbarkeit der US-Handelspolitik, sehen aber mittel- bis langfristig auch politische Gegenbewegungen in den USA, von denen frühzeitig diversifizierte Unternehmen profitieren könnten.

Neue E-Auto-Förderung zielt auf Haushalte mit kleineren Budgets

Ab 1. Januar 2026 unterstützt die Bundesregierung den Kauf oder das Leasing von Elektroautos mit Zuschüssen zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Reine E-Autos erhalten 3.000 Euro Basisförderung, Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range-Extendern 1.500 Euro. Entscheidend ist das zu versteuernde Haushaltseinkommen: Unter 80.000 Euro greifen gestaffelte Zuschläge, mit den höchsten Beträgen für Einkommen bis 45.000 Euro. Familien bekommen zusätzlich pro Kind bis zu 1.000 Euro. Gefördert werden ausschließlich Neuwagen, die ab 2026 zugelassen werden, unabhängig vom Listenpreis. Die Fahrzeuge müssen mindestens drei Jahre im Haushalt bleiben.

Für Plug-in-Hybride gelten strengere technische Vorgaben, etwa maximal 60 Gramm CO2 pro Kilometer oder mindestens 80 Kilometer elektrische Reichweite. Ihre Förderung soll ab Mitte 2027 erneut überprüft werden. Gebrauchtwagen bleiben vorerst außen vor. Die Regierung stellt bis 2029 rund drei Milliarden Euro bereit und kalkuliert mit etwa 800.000 geförderten Fahrzeugen, vor allem aus europäischer Produktion. Die Antragstellung erfolgt über ein Online-Portal innerhalb von zwölf Monaten nach Zulassung. Käufer sollten Kaufvertrag, Fahrzeugschein und Steuerbescheide bereithalten, um ihr zu versteuerndes Einkommen nachzuweisen.

Quellen

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