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SPD will Erbschaftsteuer grundlegend umbauen
Die SPD schlägt eine Reform der Erbschaftsteuer vor, die große Vermögen stärker und kleine bis mittlere Erbschaften weniger belastet. Kern ist ein einheitlicher Lebensfreibetrag von rund einer Million Euro pro Erben, unabhängig vom Verwandtschaftsgrad. Dazu soll die bisherige Zehn-Jahres-Regel wegfallen, mit der Vermögen wiederholt steuerfrei übertragen werden konnten. Selbst genutztes Wohneigentum bis 200 Quadratmeter soll zusätzlich steuerfrei auf die Kinder übergehen können, wenn diese dort einziehen oder wohnen bleiben. Für Betriebe ist ein Extra-Freibetrag von fünf Millionen Euro vorgesehen, damit viele mittelständische Unternehmen steuerfrei an die nächste Generation übergeben werden können. Steuern auf höhere Unternehmenswerte sollen über bis zu zwanzig Jahre gestundet werden, um Liquidität und Fortführung des Betriebs zu sichern.
Union und wirtschaftsnahe Institute kritisieren den Vorstoß. Sie warnen vor zusätzlicher Belastung von Familienunternehmen in schwachen Konjunkturphasen und vor Fällen, in denen Erben großer Betriebe mehrere Jahresgewinne für die Steuer aufbringen müssten. Die SPD hält dagegen, dass die bisherige Praxis hohe Vermögen begünstige und die Vermögensungleichheit verstärke. Zusätzliche Steuereinnahmen im niedrigen einstelligen Milliardenbereich sollen in Schulen, Hochschulen und besseres Lehrpersonal fließen, um Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Für den Mittelstand ist entscheidend, wie die konkrete Ausgestaltung von Bewertung, Freibeträgen und Stundungsregeln am Ende ausfallen wird.
Finale Genehmigung für Offshore-Windpark Nordlicht
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat die endgültige Baugenehmigung für den Offshore-Windpark Nordlicht in der Nordsee erhalten und damit auch die Investitionsentscheidung getroffen. Das Projekt besteht aus zwei Windparks rund 85 Kilometer nordöstlich von Borkum mit insgesamt 1.600 Megawatt Leistung. 112 Turbinen von Vestas mit je 15 Megawatt sollen ab 2026 installiert werden, die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Nordlicht soll jährlich etwa sechs Terawattstunden Strom liefern und rechnerisch 1,6 Millionen Haushalte versorgen. Großkunden wie BASF und LyondellBasell sichern die Wirtschaftlichkeit über langfristige Stromabnahmeverträge ohne direkte staatliche Förderung.
Vattenfall setzt bei Nordlicht auf emissionsarmen Stahl für die Turmtürme und senkt damit den CO2-Fußabdruck der Anlagen um rund 16 Prozent. Der TÜV Süd übernimmt die Projektzertifizierung und überwacht alle Schritte von Produktion bis Inbetriebnahme nach den Vorgaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie. Das Projekt gilt als Referenz für den beschleunigten Ausbau der Offshore-Windenergie und stärkt die Versorgungssicherheit ohne fossile Brennstoffe. Für mittelständische Zulieferer und Dienstleister in Offshore- und maritimen Branchen eröffnen sich durch die nun feststehende Zeitschiene ab 2026 konkrete Chancen für Beteiligung und Folgeaufträge.
Europas Autobauer verlieren Schwung auf den Weltmärkten
Volkswagen hat 2025 weltweit 8,98 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Das sind 0,5 Prozent weniger und der schwächste Wert seit der Corona-Pandemie. Damit fällt der Konzern unter die Marke von neun Millionen Fahrzeugen. Während Europa mit einem Plus von 3,8 Prozent wächst, brechen die Kernmärkte China und Nordamerika weg. In China schrumpfte der Absatz um 8 Prozent. In Nordamerika lag das Minus bei 10,4 Prozent. Das deutet auf strukturelle Probleme hin. Für viele mittelständische Zulieferer bedeutet das sinkende Produktionsvolumen spürbaren Anpassungsdruck.
Besonders China entwickelt sich zum Problem. Chinesische Hersteller wie BYD gewinnen Marktanteile mit günstigen Elektroautos. Die Kernmarke VW verliert dort 8,4 Prozent und fällt auf Platz drei zurück. VW reagiert mit einer Kooperation mit Xpeng und einer Modelloffensive. Ab 2026 sollen mehr als zehn neue elektrifizierte Modelle in China starten. In den USA belasten neue Zölle und das Auslaufen von E-Auto-Förderungen das Geschäft. Gleichzeitig bleibt Elektromobilität der Hoffnungsträger. Die Gruppe steigerte ihre batterieelektrischen Auslieferungen um 32 Prozent, in Europa sogar um 66 Prozent. Der Elektroanteil steigt auf 10,9 Prozent. Für Zulieferer bedeutet das: Weg vom klassischen Verbrennergeschäft, hin zu Elektronik, Software und E-Antriebs-Komponenten. VW und auch Mercedes-Benz investieren in neue Technologien, um nach den aktuellen Rückgängen wieder in den Wachstumsmodus zu kommen.
Europäische Banken planen eigenen Euro-Stablecoin für mehr Unabhängigkeit
Mehrere große europäische Banken, darunter DZ Bank, DekaBank, UniCredit, ING und BNP Paribas, entwickeln gemeinsam einen digitalen Euro-Stablecoin. Ziel ist ein einheitlicher, regulierter Zahlungsstandard, der vor allem europäische Unternehmen unabhängiger von US-geprägten Anbietern und Stablecoins macht. Dafür wurde in den Niederlanden das E-Geld-Institut Qivalis gegründet, das von der Zentralbank beaufsichtigt werden soll und die Anforderungen der EU-Krypto-Verordnung MiCAR erfüllt. Der Start ist für die zweite Hälfte 2026 geplant, steht aber noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.
Für den Mittelstand verspricht das Projekt schnellere und günstigere grenzüberschreitende Zahlungen rund um die Uhr sowie besser integrierbare, programmierbare Zahlungsprozesse, etwa in komplexen Lieferketten oder bei digitalen Vermögenswerten. Banken des Konsortiums können darauf aufbauend eigene Zusatzdienste wie digitale Geldbörsen und Verwahrungslösungen anbieten. Das Netzwerk bleibt für weitere Mitglieder offen, um Reichweite und Know-how im europäischen Zahlungsverkehr zu erhöhen und technische Entscheidern langfristig mehr Wahlmöglichkeiten bei digitalen Zahlungslösungen zu eröffnen.
GMH Gruppe investiert massiv in grünen Stahl und Kapazitätsausbau
Während viele Wettbewerber bremsen, setzt die GMH Gruppe auf Wachstum und Dekarbonisierung. Das privat geführte Stahlunternehmen bündelt Schmiedeaktivitäten, erweitert Kapazitäten und modernisiert seine Werke mit einem Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich. Neue Gießanlagen, Härteöfen und eine europaweit einzigartige Walzstraße sollen Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit steigern. Parallel baut GMH durch Zukäufe, etwa von Buderus-Betriebsteilen, die eigene Wertschöpfungskette aus und integriert Standorte wie Bous enger in die Gesamtstrategie.
Kern der Zukunftsstrategie ist klimafreundliche Produktion auf Basis von Elektroöfen und Schrottrecycling. Einzelstabvergütungsanlagen, die vollständig elektrisch laufen, sollen bis zu 35.000 Tonnen Stahl pro Jahr ohne Erdgas erzeugen, unterstützt durch Bundesfördermittel. GMH strebt an, die Treibhausgasemissionen bis 2030 zu halbieren und bis 2039 klimaneutral zu produzieren. Für mittelständische Zulieferer entstehen damit zusätzliche Bezugsquellen für grünen Stahl, etwa für hochbelastete Teile in Windkraft, Automobil- und Fördertechnik. Trotz Risiken durch hohe und unsichere Strompreise setzt GMH damit ein deutliches Signal für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Stahlindustrie.
KI-Agenten als Antwort auf den Personalmangel in der Verwaltung
Behörden stehen vor einem massiven Fachkräftemangel, während der Arbeitsaufwand steigt. KI-Agenten werden deshalb gezielt eingesetzt, um Routineprozesse zu automatisieren und Mitarbeitende zu entlasten. Beispiele aus Österreich und Deutschland zeigen, wie das funktionieren kann. Kärnten ersetzt in den kommenden fünf Jahren 300 Stellen durch ein eigenes System auf Basis des Open-Source-Modells Llama. Die Software prüft Förderanträge, scannt Rechnungen, gleicht Daten ab und bereitet Akten zur Unterschrift vor. Mitarbeitende konzentrieren sich auf Kontrolle und komplexe Einzelfälle. Die Lösung läuft aus Datenschutzgründen im landeseigenen Rechenzentrum und kostete rund 85.000 Euro.
In Deutschland sollen ab 2026 zentrale, datenschutzkonforme KI-Standardlösungen von SAP, OpenAI und Microsoft bereitstehen. SAP plant dazu 4.000 GPUs in deutschen Rechenzentren. Ziel ist es, Insellösungen einzelner Behörden durch wiederverwendbare Anwendungen für typische Verwaltungsprozesse zu ersetzen. Erste Praxisbeispiele gibt es bereits, etwa in Worms, wo sieben digitale Assistenten Bauamt und Stadtentwicklung unterstützen. KI-Agent Justus beantwortet Anfragen in Sekunden und verschafft Ingenieuren und Architekten mehr Zeit für Kernaufgaben. Studien zufolge könnten 60 bis 80 Prozent der Standardanfragen automatisiert werden, Entscheidungen sollen aber weiterhin bei Menschen liegen. Rechtlich setzen DSGVO und EU-KI-Verordnung enge Leitplanken, weshalb viele Projekte auf lokale Rechenzentren setzen. Angesichts der anstehenden Verrentung Hunderttausender Verwaltungsmitarbeitender wächst der Handlungsdruck. Für mittelständische IT- und Softwareanbieter entstehen neue Märkte, wenn sie früh Kompetenzen im Bereich verwaltungsnaher KI-Lösungen aufbauen.
Quellen
https://www.deutschlandfunk.de/spd-will-erbschaftssteuer-reformieren-was-ist-geplant-100.html
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/erbschaftssteuer-plaene-spd-100.html
https://www.nrwspd.de/2026/01/13/spd-erbschaftssteuerreformplaene-entlasten-die-grosse-mehrheit/
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/erbschaft-steuer-spd-union-100.html
https://energynewsmagazine.at/2026/01/13/vattenfall-gibt-gruenes-licht-fuer-nordsee-windpark/
https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark_Nordlicht
https://w3.windmesse.de/windenergie/pm/48332-nordlicht-ii-offshore-windpark
https://www.boerse-global.de/volkswagen-aktie-regionale-brueche/717904
https://www.automobil-produktion.de/news/vwkonzern-und-mercedes-verkaufen-weniger-autos/2585612
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/vw-mercedes-100.html
https://www.dasinvestment.com/europaeische-banken-euro-basierter-stablecoin/
https://www.fundresearch.de/euro/banken-entwickeln-eurobasierten-stablecoin.php
https://thepaypers.com/crypto-web3-and-cbdc/news/dz-bank-joins-qivalis-to-launch-euro-stablecoin
https://finanzbusiness.de/nachrichten/genossen/article18914623.ece
https://www.iwr.de/news2.php?id=39483
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/orsted-windpark-usa-verbot-gekippt-100.html
https://www.gmh-gruppe.de/pressemitteilungen/gmh-gruppe-schliesst-umstrukturierung-ab/
https://www.home-of-steel.de/news/gmh-gruppe-eroffnet-europaweit-einzigartige-walzstrasse-4016
https://www.gmh-gruppe.de/pressemitteilungen/gmh-gruppe-sichert-die-zukunft-des-stahlwerks-bous/
https://www.klimaschutz-industrie.de/foerderung/dekarbonisierung-in-der-industrie/projekt/eva2gmh/
https://www.all-ai.de/news/beitrage2026/ki-agenten-beamte
https://www.taw.de/blog/ki-im-oeffentlichen-dienst
https://verwaltungsberatung.de/ki-deutsche-verwaltung/
https://www.kommune21.de/k21-meldungen/digitale-assistenten/
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/digitales/ki-buerokratieabbau-100.html
https://www.stern.de/news/us-inflation-verharrt-im-dezember-bei-2-7-prozent-37037888.html
https://global.morningstar.com/de/maerkte/was-kommt-2026-als-nchstes-fr-die-us-notenbank
https://www.lbbw.de/artikel/maerkte-verstehen/fed-zinsentscheid-leitzins-prognosen_ait4a5bv66_d.html
https://www.faz.net/video/trump-verkuendet-strafzoelle-gegen-handelspartner-des-iran-200433168.html
https://diihk.com/de/news/112020250839/
https://www.n-tv.de/wirtschaft/China-reagiert-auf-neue-Zoll-Ankuendigung-von-Trump-id30233946.html
https://www.gtai.de/de/trade/iran-wirtschaft/wirtschaftsausblick
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/trump-iran-zoelle-deutsche-exporte-100.html
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-fed-powell-ermittlungen-grand-jury-trump-100.html
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Zentralbanken-stellen-sich-hinter-Fed-Chef-Powell-id30234906.html
https://app.handelsblatt.com/unternehmen/amazon-sammelklage-gegen-online-haendler/100191103.html
https://gutachter-hermanns.de/erbschaften/
https://rechtsanwaelte-gsp.de/2025/12/29/testament-und-nacherbe-so-vermeiden-sie-rechtliche-fehler/
https://www.private-banking-magazin.de/erbschaftssteuer-erben-schenken-unternehmen-nachfolge/
https://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/vorweggenommene-erbfolge/probleme-schenkung.html
