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Renault schlägt Volkswagen bei der Rentabilität – trotz Milliardenverlust

Photo by Victor Sutty / Unsplash

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Die europäische Autoindustrie befindet sich in einer angespannten Phase. Volkswagen kämpft mit sinkenden Margen und Liquiditätsproblemen, während Renault operativ stärker dasteht. Renault schreibt zwar rote Zahlen in der Bilanz, weil die Nissan-Beteiligung stark abgeschrieben wurde, bleibt aber beim Kerngeschäft profitabel.

Die scheinbare Paradoxie: Bilanzielle Verluste, operative Stärke

Im ersten Halbjahr 2025 hat Renault eine außerordentliche Abschreibung von rund 9,3 Milliarden Euro auf Nissan-Anteile vorgenommen. Dadurch fiel ein bilanzieller Nettoverlust von etwa 11,2 Milliarden Euro an. Dieser Verlust ist rein buchhalterisch bedingt. Ohne die Nissan-Abschreibung hätte Renault einen positiven Nettogewinn von rund 461 Millionen Euro erzielt.

Renaults erfolgreiche Strategie im Budget-Segment

Renault setzt auf eine klare Ausrichtung. Die Marke Dacia mit ihren günstigen Fahrzeugen läuft ausgesprochen gut und behauptet sich auch gegen chinesische Konkurrenz. Die Kalkulation überzeugt: Mit einer starken Budget-Marke und stabilen Verkaufszahlen lässt sich profitabel arbeiten, auch ohne erhebliche Preiserhöhungen.

Zusätzliche Stärke im Elektro- und Hybridbereich

Renault punktet weiter mit Elektromobilität und Hybridtechnologie. Die Absätze im E-Auto-Bereich stiegen um 77 Prozent. Hybridfahrzeuge sind ebenfalls stark nachgefragt. Insgesamt verkaufte Renault 2025 rund 2,34 Millionen Autos, das sind 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Konzern wächst schneller als der Gesamtmarkt.

Volkswagen sucht Rettung durch Einsparungen

Volkswagen hat erkannt, dass eine Wende nötig ist. Bis 2026 soll der operative Gewinn der Kernmarke VW um zehn Milliarden Euro steigen. Die Rendite soll auf 6,5 Prozent klettern, nach 3,6 Prozent im Jahr 2022. Dafür plant der Konzern schlankere Verwaltungsabläufe, effizientere Produktion und eine stärkere Fokussierung der Modellpalette. Zusätzlich wurde eine interne Taskforce eingesetzt, um bis 2026 den Cashflow um weitere 12 Milliarden Euro zu erhöhen.

Was bedeutet das für Entscheider im Mittelstand?

Die Entwicklung zeigt, dass auch große Autobauer ihr Geschäftsmodell neu ausrichten müssen. Für Zulieferer und technische Partner bedeutet das Druck auf beiden Seiten: Volkswagen braucht schnelle Effizienzgewinne und wird Kosten senken. Renault bleibt operativ stark und investiert Gewinne in E-Mobilität und neue Märkte. Mittelständische Unternehmen sollten daher ihre Angebote und Prozesse prüfen. Wer mit den Großen mithalten will, muss kostengünstig und zugleich innovativ arbeiten.

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