zum Inhalt

NRW fordert Verlängerung des Kurzarbeitergelds über 2025 hinaus

Photo by Eric Weber / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst fordert eine Verlängerung der erhöhten Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld über das Jahr 2025 hinaus. Derzeit können Unternehmen bis zum 31. Dezember 2025 Kurzarbeitergeld für maximal 24 Monate beantragen. Danach gilt wieder die reguläre Höchstdauer von zwölf Monaten.

Hintergrund der Forderung

Wüst betont, dass zahlreiche Betriebe, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, bereits seit drei Jahren in Folge unter Abschwung leiden. Ohne eine Verlängerung drohe massiver Personalabbau und damit eine Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.

Stand der Maßnahme und Auswirkungen auf die Mittelstandplanung

Seit Jahresbeginn 2025 nutzen viele Firmen die ausgeweitete Regelung, um Arbeitsplätze zu sichern. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Oktober 2024 rund 287.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Die Regierung hatte das Instrument als Brücke eingerichtet, weil andere Instrumente wie Investitionsbooster oder der Industriestrompreis erst allmählich wirken. Für den Mittelstand bedeutet dies Planungssicherheit, um Liquidität zu stabilisieren, ohne Fachkräfte zu verlieren.

Auswirkungen auf die Praxis in Technik und Personal

Für technische Entscheider im Mittelstand hat die Regelung direkte Auswirkungen auf die Liquiditätsplanung. Kurzarbeitergeld senkt zwar Lohnkosten, erfordert aber eine klare Abstimmung zwischen kurzfristiger Entlastung und langfristigen Investitionsentscheidungen. Unternehmen müssen nachweisen, dass der Arbeitsausfall vorübergehend ist und alle zumutbaren Schritte unternommen werden, um die Kurzarbeit zu beenden. Dazu gehören Maßnahmen zur Auftragsakquise oder die Nutzung der reduzierten Arbeitszeit für Weiterbildung.

Personalstrategie und Kommunikation

Die Verlängerung beeinflusst die Personalstrategie maßgeblich. Viele Betriebe setzen Kurzarbeit ein, um Fachkräfte in der Krise zu halten und Rekrutierungskosten zu vermeiden. Insbesondere im Handwerk und in der Industrie, wo der Fachkräftemangel akut ist, sichert dies die operative Stabilität. Gleichzeitig müssen Arbeitgeber die Beschäftigten über die Dauer der Kurzarbeit informieren und Betriebsvereinbarungen mit dem Betriebsrat abschließen. Fehlt eine klare Kommunikation, leidet das Vertrauen der Mitarbeitenden – ein Risiko, das familiengeführte Unternehmen besonders schwer treffen kann.

Risiko bei Auslaufen der Förderung

Sollte die Bundesregierung auf einen weiteren Ausbau verzichten, stehen viele Betriebe vor einem Dilemma: Entweder die Arbeitszeit sinkt erneut unter die Kurzarbeitsschwelle, was Lohnersatzleistungen ausschließt, oder es kommt zu Entlassungen. Beides belastet die Liquidität und das Know-how. Wüst warnt vor falschen Signalen in unsicheren Zeiten und plädiert dafür, die 24-monatige Bezugsdauer mindestens bis Ende 2026 zu verlängern. Für den Mittelstand wäre dies ein wichtiges Zeichen, dass staatliche Unterstützung auch bei anhaltenden Herausforderungen greift.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Deutsche Mittelständler verlagern Produktion nach China

Deutsche Mittelständler verlagern Produktion nach China

Der chinesische Markt gewinnt zunehmend an Anziehungskraft für deutsche Mittelständler. Im Jahr 2025 flossen rund sieben Milliarden Euro neue Direktinvestitionen aus Deutschland in China. Das ist der höchste Wert seit 2021 und liegt rund 50 Prozent über dem Niveau von 2024. Der Trend ist eindeutig. Immer mehr Betriebe folgen den

EU-Gipfel in Belgien: Merz und Macron verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte bei Wirtschaftsreformen

EU-Gipfel in Belgien: Merz und Macron verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte bei Wirtschaftsreformen

Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron treten beim informellen EU-Gipfel in Alden Biesen geschlossen auf. Hinter dem Schulterschluss verbergen sich jedoch unterschiedliche Strategien für notwendige Wirtschaftsreformen. Beide Staaten sehen die europäische Industrie unter Druck. Sie fordern schnelle Schritte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Merz setzt auf umfassenden Bürokratieabbau.

Tagesthemen vom 10.02.2026

Bahn-Generalsanierung in NRW: Was Unternehmen jetzt beachten müssen Bis zum 10. Juli 2026 ist die zentrale Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen gesperrt. Fernzüge werden über Düsseldorf und das Ruhrgebiet umgeleitet und brauchen bis zu 40 Minuten länger. In Wuppertal und Solingen entfällt der Fernverkehr komplett, Hagen verliert ihn vorübergehend.