zum Inhalt

Grüner Wasserstoff aus Algerien rückt näher

Photo by Azzedine Rouichi / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Algerien will sich zu einem zentralen Partner der europäischen Wasserstoffversorgung entwickeln. Zwei internationale Vorhaben treiben die Entwicklung voran. Langfristig könnten sie erhebliche Mengen des grünen Energieträgers nach Deutschland liefern. Für den deutschen Mittelstand ergeben sich damit neue Chancen und auch Herausforderungen.

Infrastruktur als Erfolgsfaktor

Der SoutH2 Corridor bildet das technische Fundament. Die rund 3.300 Kilometer lange Verbindung führt von Nordafrika über Italien und Österreich nach Bayern. Die Europäische Kommission hat das Projekt als Project of Common Interest eingestuft. Das verleiht dem Vorhaben politische Priorität. Ein Teilprojekt heißt HyPipe Bavaria, der Wasserstoff-Hub. Es soll den Wasserstoff vom Importpunkt in Österreich zu industriellen Clustern in Bayern sowie in Norden und Südwesten Deutschlands transportieren.

Algeriens ehrgeizige Pläne

Algerien will sich bis 2040 zu einem führenden Produzenten und Exporteur von grünem Wasserstoff entwickeln. Das Land strebt an, künftig bis zu zehn Prozent des Wasserstoffbedarfs der Europäischen Union zu decken. Über den SoutH2 Corridor könnte damit rund vierzig Prozent des europäischen REPowerEU-Importziels realisiert werden.

Potenzial und Ressourcen

Die Sahara bietet hohe Sonneneinstrahlung und gute Voraussetzungen für die Wasserstoffproduktion. Algerien baut Photovoltaikanlagen stark aus. Im April 2024 lag die installierte erneuerbare Leistung bei 400 Megawatt. Bis 2035 soll sie auf 15.000 Megawatt wachsen. Zudem verfügt das Land über eine vorhandene Energieinfrastruktur mit Untersee-Pipelines. Beispiele sind die Transmed-Pipeline über Tunesien und Italien sowie die Medgaz-Pipeline nach Spanien.

Bedeutung für die deutsche Industrie

Für den deutschen Mittelstand hat die Entwicklung erhebliche Auswirkungen. Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für Dekarbonisierung von Industrie und Schwerlastverkehr. Eine sichere und vielfältige Versorgung könnte Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit stärken.

Noch offene Fragen

Obwohl Fortschritte zu verzeichnen sind, bleiben zentrale Fragen offen. Es existiert bislang kein stabiler Markt für grünen Wasserstoff. Abnahmeverträge kommen von industriellen Nachfragern. Auf algerischer Seite warten Unternehmen auf klare Signale aus Deutschland, dass grüner Wasserstoff auch tatsächlich abgenommen wird.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Tagesthemen vom 04.03.2026

Iran-Konflikt treibt Energiepreise nach oben Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormuz durch den Iran lassen die Energiepreise deutlich steigen und setzen die deutsche Wirtschaft unter Druck. Über die Meerenge läuft ein großer Teil des weltweiten Öl- und LNG-Handels, mehrere Reedereien und Konzerne haben

Handwerk im Aufschwung: Warum Meister beim Gehalt dem Master davonlaufen

Handwerk im Aufschwung: Warum Meister beim Gehalt dem Master davonlaufen

Künstliche Intelligenz verändert den deutschen Arbeitsmarkt grundlegend. Viele junge Menschen überdenken ihre Berufswahl. Die Konkurrenz durch automatisierte Systeme wächst. Zugleich eröffnen sich neue Chancen in überraschenden Bereichen. Für angehende Fachkräfte wird die Frage drängender: Lohnt sich das klassische Universitätsstudium noch, oder ist eine handwerkliche Ausbildung die bessere Wahl? Handwerk bleibt

Der Konflikt belastet die deutsche Wirtschaft

Der Konflikt belastet die deutsche Wirtschaft

Der Konflikt im Nahen Osten stellt die deutsche Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Die USA und Israel haben den Iran angegriffen, Teheran blockiert nun die Straße von Hormuz. Die Meerenge ist knapp 50 Kilometer breit und damit ein kritischer Engpass. Über diese Route fließt rund ein Fünftel der weltweiten Erdölversorgung und