zum Inhalt

EU verschiebt Emissionshandel für Gebäude und Verkehr auf 2028

Photo by Marek Piwnicki / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Die EU verschiebt den Start des Emissionshandels für Gebäude und Verkehr um ein Jahr. Die neue Frist liegt bei 2028. ETS 2 sollte ursprünglich 2027 in Kraft treten. Der Beschluss folgt Druck aus Mitgliedstaaten und der Industrie nach mehr Anpassungszeit. Mittelständische Unternehmen, die Heizöl, Gas oder Kraftstoffe beziehen, erhalten vorerst Entlastung. Langfristig fehlt jedoch Planungssicherheit bei den Kosten.

Warum die Verschiebung erfolgt

Der Beschluss ist das Ergebnis eines Kompromisses im EU-Rat. Der Rat enthält abgeschwächte Klimaziele für 2040. Statt einer 90-prozentigen Reduktion bleibt das Ziel bei 90 Prozent. Durch Schlupflöcher wie internationale CO2-Zertifikate und Ausnahmen für klimafreundliche Kraftstoffe wird es jedoch weniger streng. Die EU-Kommission soll prüfen, ob die kostenlosen Verschmutzungszertifikate für energieintensive Industrien länger beibehalten werden können. Die Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Sie riskieren aber, die Klimaschutzziele zu verwässern.

Auswirkungen auf Energiekosten und Planungssicherheit

Derzeit ändert sich nichts am CO2-Preis im BEH. Er liegt bei 55 Euro pro Tonne. 2025 soll er auf 60 Euro steigen. Ab 2026 werden Zertifikate erstmals versteigert. Das dürfte die Kosten für fossile Brennstoffe erhöhen. Die Verzögerung des ETS 2 gibt Zeit zur Vorbereitung. Sie liefert aber kein klares Signal für steigende Preise. Experten warnen: Unklare Planungshorizonte bremsen Investitionen. Besonders kleine und mittlere Betriebe spüren das.

Kritik und langfristige Perspektive

Umweltverbände wie Greenpeace kritisieren die Verschiebung scharf. Sie sagen, der geschwächte Plan für 2035 und die Verzögerung des ETS 2 schaden der Glaubwürdigkeit Europas auf internationaler Ebene. Wirtschaftsvertreter betonen dagegen, eine schrittweise Einführung sei notwendig, um soziale Härten zu vermeiden und die Industrie nicht zu überfordern. Klar ist: Der CO2-Preis wird langfristig steigen. Unternehmen sollten jetzt prüfen, wie sie Energieeffizienz verbessern oder auf erneuerbare Energien umsteigen können – unabhängig vom Starttermin des ETS 2.

Handlungsempfehlungen für den Mittelstand

Nutzen Sie die zusätzliche Zeit, um Ihren Energieverbrauch zu analysieren und Einsparpotenziale zu identifizieren. Förderprogramme des Bundes unterstützen den Austausch alter Heizungen oder die Anschaffung von Elektrofahrzeugen. Informieren Sie sich auch über regionale Energiegenossenschaften oder Kooperationen mit anderen Betrieben für günstige Lösungen grüne Energie. Wer jetzt vorausschauend handelt, spart Kosten und erfüllt künftige regulatorische Anforderungen frühzeitig.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Porsche verkauft MHP an Tata und baut digitale Partnerschaft aus

Porsche verkauft MHP an Tata und baut digitale Partnerschaft aus

Porsche veräußert seine hundertprozentige Tochter MHP. MHP ist auf Management- und IT-Beratung spezialisiert und hat ihren Sitz in Ludwigsburg. Neuer Eigentümer wird Tata Consultancy Services. Der Vertrag wurde am 24. August unterzeichnet. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt kartell- und aufsichtsrechtlicher Genehmigungen. In den kommenden Monaten wird der Abschluss

Dulgers Forderung nach einer Wochenhöchstarbeitszeit

Dulgers Forderung nach einer Wochenhöchstarbeitszeit

Der Präsident der Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, setzt auf eine neue Arbeitszeitregel. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit soll 48 Stunden betragen. Er hält die bisherige Achtstundenregel für veraltet und wettbewerbsfeindlich. Wochenmodelle würden mehr Flexibilität für Unternehmen und Beschäftigte bringen. Dulger betont, dass niemand zu extrem langen Tagen gezwungen wird. Der Gesundheitsschutz bleibe wichtig.

EU-Rekordstrafe gegen AliExpress

EU-Rekordstrafe gegen AliExpress

Die EU-Kommission hat dem chinesischen Onlinehändler AliExpress eine Geldbuße von 550 Millionen Euro auferlegt. Das ist die bislang höchste Strafe im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste. Für deutsche Mittelständler bedeutet dies eine klare Botschaft: Der Onlinehandel mit günstigen Importwaren wird stärker reguliert. Die Verantwortung für Produktsicherheit wird deutlich zugeordnet.