zum Inhalt

EU-Verhandlungen zu Veggie-Begriffen gescheitert

Photo by Callum Shaw / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

In der EU scheiterten Verhandlungen zu Veggie-Begriffen. Eine Entscheidung über ein Verbot von Begriffen wie Veggie-Burgern oder Tofu-Wurst wurde vertagt. Die Verhandlungen zwischen dem EU-Parlament und den Mitgliedstaaten blieben in Brüssel ohne klare Linie.

Zuvor hatte das EU-Parlament im Oktober einen Vorschlag befürwortet. Er sah vor, klassische Fleischbezeichnungen künftig nur noch für tierische Produkte zu reservieren. Die Pläne stießen auf heftigen Widerstand, besonders aus Deutschland. Agrarminister Alois Rainer (CSU) nannte den Vorstoß bürokratischer Overkill.

Foodwatch beauftragte ein Rechtsgutachten. Es verweist auf rechtliche Schwächen des Plans. Der EuGH hatte im Oktober 2024 entschieden, pauschale Namensverbote seien ohne klare Alternativen unzulässig. Es fehle zudem eine Definition für Begriffe wie Wurst oder Schnitzel, die ausschließlich Fleischprodukten vorbehalten wäre. Verbraucher assoziieren diese Begriffe auch mit pflanzlichen Produkten; ein Verbot wäre rechtlich umstritten und in der Praxis wenig sinnvoll.

Für deutsche Unternehmen, besonders den Mittelstand, würden Kosten entstehen. Branchenverbände warnen vor teuren Umbenennungen und Marketinganpassungen. Deutschland ist der größte europäische Markt für pflanzliche Lebensmittel. Rainer sagte, das Vorhaben koste die Wirtschaft enorm und widerspreche dem Bürokratieabbau. Auch deutsche Unionsabgeordnete lehnten das Verbot in der ersten Abstimmungsrunde ab, doch eine klare Mehrheit im Parlament ergab sich nicht.

Die Verhandlungen bleiben brisant. Das Vorhaben könnte auch ohne Zustimmung Deutschlands beschlossen werden. Für das Inkrafttreten des Verbots ist eine Mehrheit der EU-Staaten nötig. Einige Mitgliedsländer signalisieren Unterstützung. Eine Umfrage zeigt, dass rund die Hälfte der Deutschen die klare Trennung von tierischen und pflanzlichen Produktnamen befürwortet. Experten warnen vor unbeabsichtigten Folgen: Falls das Verbot gilt, müssten Firmen Verpackungen und Marken neu ausrichten. Der Mittelstand könnte das kaum kalkulieren.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Arbeitsministerin Bas drängt auf klare Regeln für KI am Arbeitsplatz

Arbeitsministerin Bas drängt auf klare Regeln für KI am Arbeitsplatz

Auf der Netzkonferenz re:publica machte Arbeitsministerin Bärbel Bas deutlich, dass KI nicht unkontrolliert in Unternehmen Einzug halten soll. Es braucht klare Regeln statt Wildwuchs. Demokratisch legitimierte Vorgaben sollen Beschäftigte schützen und Innovation ermöglichen. Aufbruch mit Ansage: KI ja, Wildwuchs nein Bas sieht KI als fundamentalen Wandel der Arbeitswelt. Sie

EU-Parlament beschließt neue Schutzmaßnahmen für die Stahlbranche

EU-Parlament beschließt neue Schutzmaßnahmen für die Stahlbranche

Heute stimmt das Europäische Parlament über eine aktualisierte Durchsetzungsverordnung ab, die ab Juli 2026 alternative Schutzmaßnahmen für die Stahlindustrie vorsieht. Die Regelungen ersetzen die bisherigen WTO-basierten Importbeschränkungen, die am 30. Juni auslaufen. Hintergrund ist die globale Überproduktion, die europäische Stahlhersteller unter Druck setzt. Mit mengenmäßigen Einfuhrkontingenten und höheren Schutzzöllen soll

Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz-Änderung: Wochenmodell statt Acht-Stunden-Tag

Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz-Änderung: Wochenmodell statt Acht-Stunden-Tag

Die Regierung will das Arbeitszeitgesetz reformieren. Ziel ist ein Wochenmodell statt einer festen Acht-Stunden-Tagesgrenze. Was geplant ist Die Regierung bereitet eine Reform vor, die die bisher zentrale Definition der Arbeitszeit verändert. Statt der täglichen Höchstdauer von acht Stunden soll künftig eine wöchentliche Obergrenze gelten. Der Vorschlag steht im Koalitionsvertrag und

Vier Jahre Kriegsfolgen treffen Produktion und Jobs

Vier Jahre Kriegsfolgen treffen Produktion und Jobs

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 erlebt die deutsche Industrie einen tiefgreifenden Strukturwandel. Besonders energieintensive Branchen treffen hart. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes brach die Produktion in Chemie, Metallerzeugung, Glas und Papier um 15,2 Prozent ein. Das lag deutlich über dem Branchendurchschnitt. In