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EnBW beendet Milliardenvorhaben vor der britischen Küste

Photo by Fredrik Öhlander / Unsplash

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Der Energiekonzern EnBW zieht sich aus dem Bau von zwei großen Windparks vor der britischen Küste zurück. Die Projekte entstanden mit BP und sollten EnBWs bislang größtes Offshore-Vorhaben werden. Der Rückzug beruht vor allem auf wirtschaftlichen Zwängen. Die Investitionen sind in der aktuellen Marktlage nicht tragbar. EnBW muss 1,2 Milliarden Euro abschreiben.

Weltweit zeigt sich ein ähnliches Muster. Immer mehr Investoren steigen aus Offshore-Windprojekten aus, bevor sie fertiggestellt sind. Die Gründe klingen ähnlich: Lieferketten funktionieren schlecht, Inflationsraten bleiben hoch und Finanzierungen kosten mehr als noch vor Jahren. Dadurch verlieren viele Windprojekte auf dem Meer ihre wirtschaftliche Rentabilität.

In Großbritannien reicht die staatliche Unterstützung oft nicht aus. Die Versteigerungen vergeben Verträge an den günstigsten Bieter. EnBW konnte sich gegen die Konkurrenz nicht durchsetzen. Der Wettbewerber RWE gewann die jüngste Ausschreibungsrunde fast im Alleingang und sicherte sich Verträge für fünf Projekte mit fast sieben Gigawatt Gesamtleistung. Das zeigt: Wer nicht mitbietet, fliegt aus dem Markt.

Doch es gibt auch positive Signale aus Deutschland. Der Offshore-Windpark He Dreiht in der Nordsee nimmt Form an. Mit 960 Megawatt Leistung wird er der größte Offshore-Windpark Deutschlands. Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Bemerkenswert: EnBW realisiert das Projekt ohne staatliche Förderung. Langfristige Stromlieferverträge mit Bosch, Evonik und Salzgitter sichern die Finanzierung.

Die Bedingungen unterscheiden sich deutlich zwischen Deutschland und Großbritannien. In Deutschland gelang EnBW eine kluge Gebotsstrategie und zuverlässige Partner. In Großbritannien reichen solche Kräfte nicht aus. Für den Mittelstand und die Industrie bedeutet das: Grüner Strom wird regional unterschiedlich verfügbar bleiben. Wer auf erneuerbare Energie setzt, muss die lokalen Marktbedingungen genau beobachten.

Trotz des Rückzugs bleibt EnBW bei seiner Wachstumsstrategie. Bis 2030 will der Konzern den Anteil erneuerbarer Energien deutlich erhöhen. In Großbritannien arbeitet EnBW weiter mit BP an Projekten, darunter Mona in Wales. Für Mona liegt bereits eine Baugenehmigung vor. Der Rückschlag zeigt Durchhaltevermögen in einer Branche, die derzeit vor großen Herausforderungen steht.

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