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Der Konflikt belastet die deutsche Wirtschaft

Photo by omid armin / Unsplash

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Der Konflikt im Nahen Osten stellt die deutsche Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Die USA und Israel haben den Iran angegriffen, Teheran blockiert nun die Straße von Hormuz. Die Meerenge ist knapp 50 Kilometer breit und damit ein kritischer Engpass. Über diese Route fließt rund ein Fünftel der weltweiten Erdölversorgung und ein gleicher Anteil des Flüssiggases. Mehrere Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser stellten ihre Fahrten ein.

Preise schießen nach oben

Die Reaktion an den Energiemärkten ist deutlich. In den ersten Tagen stiegen die Ölpreise um mehr als zehn Prozent. Experten rechnen mittelfristig mit Rohölpreisen über 100 Dollar pro Barrel. Beim Flüssiggas ist die Lage noch gravierender: Der niederländische TTF, Europas Referenzpreis, verdoppelte sich innerhalb von zwei Tagen und erreichte den höchsten Stand seit Februar 2023. Katar, bedeutender LNG-Lieferant, hat seine Produktion vorerst heruntergefahren.

Abhängigkeit und alternative Versorgungswege

Deutschlands unmittelbare Abhängigkeit vom Nahen Osten ist begrenzt. Beim Rohöl stammen nur geringe Mengen aus der Region; rund fünf Prozent der europäischen Importe kommen dort her. Beim Flüssiggas ist die Situation differenziert: Katars Anteil an europäischen Gasimporten sank auf rund acht Prozent, doch das Problem liegt woanders. Mehr als 80 Prozent der katarischen LNG-Exporte gehen nach Asien. Eine dauerhafte Blockade der Straße von Hormuz würde weltweit zu starkem Wettbewerb um verbleibende LNG-Vorräte führen und die Preise weiter nach oben treiben.

Experten betonen: Die unmittelbare Versorgung ist vorerst nicht gefährdet. Strategische Ölreserven und Tanker auf See würden etwa zwei Wochen des globalen Verbrauchs decken. Die Gasspeicher in Deutschland bleiben mit rund 21 Prozent Füllstand deutlich unter dem EU-Durchschnitt von circa 30 Prozent.

Szenarien: Viel hängt von der Dauer ab

Die wirtschaftlichen Folgen hängen entscheidend davon ab, wie lange der Konflikt andauert. Bleiben die Kämpfe auf wenige Wochen begrenzt, entstehen zwar kurzfristige Preisschocks, diese könnten sich jedoch schnell normalisieren. Lieferverträge statt Spotmärkte geben vielen Unternehmen eine Pufferzeit. Dauert der Krieg länger, rechnen Analysten mit deutlichen Ölpreissteigerungen im dreistelligen Bereich. Die Inflation im Euroraum könnte um mehr als einen Prozentpunkt steigen – von 1,7 auf knapp drei Prozent. Verbraucher würden Kaufkraftverluste erleiden und Betriebe müssten höhere Produktionskosten tragen.

Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Energiebedarf wie Chemie, Raffinerie, Logistik und Maschinenbau. Auch Rohstoffketten, die auf die Straße von Hormuz angewiesen sind, geraten unter Druck. Neben Öl und Gas laufen über diese Route auch Getreide, Maschinen, Autos und Medikamente.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Für den Mittelstand bedeutet das: Jetzt Lagerbestände prüfen, Lieferverträge sichern und Notfallpläne aktualisieren. Wer noch nicht auf längerfristige Energielieferverträge umgestiegen ist, sollte das zügig tun. Die Unsicherheit wird vorerst anhalten – jeder Tag bringt neue Meldungen aus dem Nahen Osten, die die Märkte volatil halten.

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