zum Inhalt

Chinas Konjunktur schwächt deutsche Mittelständler: Exporte sinken, Lieferketten geraten unter Druck

Photo by DU 🧸 / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Chinas Industrie und Dienstleistungen bleiben geschwächt. Neue Daten zeigen erneut einen Produktionsrückgang im Oktober 2025. Der Einkaufsmanagerindex PMI für das verarbeitende Gewerbe liegt seit acht Monaten unter der Schwelle von 50 Punkten. Gleichzeitig kühlen sich die Indizes für Dienstleistungen ab, die auch den Baubereich erfassen. Gründe sind ein schwaches Verbraucherverhalten und die anhaltende Immobilienkrise. Die Regierung setzt auf Infrastrukturinvestitionen und Konsumanreize. Experten sehen jedoch weniger Spielraum für wirksame Maßnahmen.

Schwächere Nachfrage aus China belastet deutsche Exporteure

Für deutsche Mittelständler wird die Entwicklung spürbar. In den ersten fünf Monaten 2025 sanken die Exporte nach China gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,2 Prozent. Der Automobilsektor trifft es besonders hart. Exporte nach China fielen um fast 36 Prozent. Mehr als die Hälfte des gesamten Rückgangs geht darauf zurück. China war einst der zweitwichtigste Absatzmarkt. Jetzt belegt das Land Platz sechs. Der Maschinenbau bleibt wichtig, verzeichnet dort jedoch ebenfalls einen Rückgang von über 11 Prozent. Ursachen sind die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Hersteller, die hochwertige Produkte entwickeln und teure Importe ersetzen.

Überkapazitäten und Deflation drücken auf globale Märkte

China exportiert deflationäre Tendenzen in die Weltwirtschaft. Der Durchschnittspreis chinesischer Importe in die EU sinkt um etwa fünf Prozent. Überkapazitäten in Sektoren wie Stahl oder Elektronik sind dafür verantwortlich. Einige deutsche Betriebe profitieren von günstigeren Vorprodukten. Gleichzeitig geraten heimische Anbieter unter Druck, weil chinesische Waren infolge der schwachen Binnennachfrage verstärkt in andere Regionen wandern. Die Einfuhren aus China nach Deutschland steigen deutlich. Handelsumlenkungseffekte infolge der US-Strafzölle tragen dazu bei. Chinas Exporte in die USA sanken im Oktober um 25,1 Prozent, während die Lieferungen in die EU nur leicht zulegten.

Lieferketten im Mittelstand unter Druck

Für viele mittelständische Unternehmen bedeutet die Entwicklung eine doppelte Belastung. Exportchancen fehlen in einem einst boomenden Markt. Gleichzeitig sorgen Materialengpässe für Unsicherheit. Branchenumfragen zeigen, dass 11,2 Prozent der Industriebetriebe Probleme bei der Beschaffung benötigter Rohstoffe haben. China gilt als wahrscheinliche Ursache. Zudem berichten EU-Handelskammern, dass 32 Prozent der befragten Unternehmen Lieferketten umstrukturieren, um Abhängigkeiten von China zu verringern. Das erfordert erhebliche Investitionen, die insbesondere kleinere Betriebe vor Herausforderungen stellen.

Quellen

https://xpert.digital/chinas-industrie-schrumpft-weiter/

https://www.lbbw.de/artikel/news-und-einschaetzungen/aussenhandel-china-oktober-2025_akxiemm72p_d.html

https://www.iwkoeln.de/studien/juergen-matthes-problematische-entwicklung-des-aussenhandels-mit-china-in-2025.html

https://klardenker.kpmg.de/deutschland-china-aussenhandel-dramatische-entwicklung/

https://www.boersen-zeitung.de/konjunktur-politik/chinas-industrieaktivitaet-geht-immer-weiter-zurueck

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-handelskonflikt-mit-usa-fuehrt-zu-export-rueckgang-a-ab11151b-5316-4706-a5d9-6159689eee0d

https://finanzmarktwelt.de/china-industrie-verliert-im-oktober-weiter-an-schwung-369223/

https://www.gtai.de/de/trade/china/wirtschaftsumfeld/china-ist-nicht-mehr-deutschlands-groesster-handelspartner-1072614

https://www.onvista.de/news/2025/12-01-chinas-industrie-schrumpft-ueberraschend-exportauftraege-legen-zu-0-20-26455348

https://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/handelskonflikt-chinas-exporte-sinken-ueberraschend/100170766.html

https://www.handelsblatt.com/politik/international/china-die-zweitgroesste-volkswirtschaft-der-welt-verharrt-in-der-krise-01/100179516.html

https://dzresearchblog.dzbank.de/content/dzresearch/de/2025/10/20/china--wirtschaft-stemmt-sich-gegen-die-us-zoelle---strauchelt-a.html

https://www.lbbw.de/artikel/news-und-einschaetzungen/china-einkaufsmanagerindizes-industrie-august-2025_akmhg59tq8_d.html

https://www.investmentweek.com/europaische-unternehmen-durch-chinesische-exportbeschrankungen-unter-druck-geraten/

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.umfrage-materialmangel-in-industrie-china-wahrscheinliche-ursache.5299bc6b-afbe-439f-b1c2-b6bdad93544d.html

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Deutsche Mittelständler verlagern Produktion nach China

Deutsche Mittelständler verlagern Produktion nach China

Der chinesische Markt gewinnt zunehmend an Anziehungskraft für deutsche Mittelständler. Im Jahr 2025 flossen rund sieben Milliarden Euro neue Direktinvestitionen aus Deutschland in China. Das ist der höchste Wert seit 2021 und liegt rund 50 Prozent über dem Niveau von 2024. Der Trend ist eindeutig. Immer mehr Betriebe folgen den

EU-Gipfel in Belgien: Merz und Macron verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte bei Wirtschaftsreformen

EU-Gipfel in Belgien: Merz und Macron verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte bei Wirtschaftsreformen

Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron treten beim informellen EU-Gipfel in Alden Biesen geschlossen auf. Hinter dem Schulterschluss verbergen sich jedoch unterschiedliche Strategien für notwendige Wirtschaftsreformen. Beide Staaten sehen die europäische Industrie unter Druck. Sie fordern schnelle Schritte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Merz setzt auf umfassenden Bürokratieabbau.

Tagesthemen vom 10.02.2026

Bahn-Generalsanierung in NRW: Was Unternehmen jetzt beachten müssen Bis zum 10. Juli 2026 ist die zentrale Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen gesperrt. Fernzüge werden über Düsseldorf und das Ruhrgebiet umgeleitet und brauchen bis zu 40 Minuten länger. In Wuppertal und Solingen entfällt der Fernverkehr komplett, Hagen verliert ihn vorübergehend.