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Chemie und Pharma einigen sich auf Tarifvertrag mit Fokus auf Jobsicherung

Photo by Dirk Röhrig / Unsplash

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Die Chemie- und Pharmaindustrie hat sich auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Er sieht Lohnerhöhungen sowie Maßnahmen zur Jobsicherung vor. Nach zwei Verhandlungstagen einigten sich die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) auf ein Modell, das die Branche durch die gegenwärtige Krise führen soll. Der Tarifvertrag läuft über 27 Monate und endet Ende Mai 2028.

Lohnerhöhungen in zwei Schritten

Die Entgelte steigen gestaffelt. Ab Januar 2027 erhöhen sie sich um 2,1 Prozent. Ab Januar 2028 folgen weitere 2,4 Prozent. Bis Ende 2026 bleibt die Bezahlung unverändert. Unternehmen, die weniger stark von der Krise betroffen sind, dürfen eine oder beide Erhöhungen drei Monate vorziehen. Die gestaffelte Regelung berücksichtigt die aktuelle wirtschaftliche Lage. Die Produktion der Branche liegt derzeit rund 20 Prozent unter dem Niveau von 2018.

Beschäftigungssicherung als Kernpunkt

Eine zentrale Maßnahme sieht vor, dass jährlich 300 Euro pro Mitarbeitendem in 2026 und 2027 in Beschäftigungsschutzmaßnahmen fließen. Für Auszubildende sind jährlich 150 Euro vorgesehen. Diese Mittel fließen in den Demografiefonds, der seit 2010 besteht und nun um die Beschäftigungssicherung erweitert wird. Insgesamt stehen rund 350 Millionen Euro für zwei Jahre bereit. Aus diesen Mitteln können Betriebe Projekte zur Standortbindung, Qualifizierung oder Arbeitszeitmodellen finanzieren. Damit führt die IG BCE ein bundesweit neues Modell in einen großen Flächentarifvertrag ein.

Pragmatismus in der Krise

IG BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis nannte den Abschluss einen Schritt, bei dem die Gewerkschaft bis an die Schmerzgrenze ging. Die Beschäftigten leisten eine Vorleistung. Der BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk betonte, dass dauerhaft höhere Arbeitgeberzahlungen erst ab 2027 greifen und unter Krisenbedingungen stehen. Die Arbeitgeber hatten auf die Tiefe der Branchenkrise hingewiesen. Die Auslastung sei historisch schwach, was den Gestaltungsspielraum deutlich eingeschränkt habe.

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