zum Inhalt

Bosch verzeichnet deutlichen Gewinneinbruch und kündigt weitere Stellenstreichungen an

Photo by Jan Böttinger / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Der Technologiekonzern Bosch steckt in schweren Zeiten. Vorstandschef Stefan Hartung gab in einem Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit zu Protokoll, dass die Gewinnziele für 2025 deutlich verfehlt wurden. Der Vorsteuergewinn liegt unter den eigenen Planungen und auch unter dem Vorjahreswert. 2024 fiel der Gewinn vor Steuern um fast ein Drittel auf rund 2,7 Milliarden Euro. Der Umsatz lag bei etwa 90 Milliarden Euro.

Ursachen und Belastungen

Die Gründe für die Schwierigkeiten sind vielschichtig. Die schwächelnde Automobilindustrie trifft Bosch als größten Autozulieferer hart. Hinzu kommen höhere Zölle, Handelshemmnisse und zunehmender Wettbewerbsdruck bei Endverbraucherprodukten wie Haushaltsgeräten und Elektrowerkzeugen. Die Bereitschaft der Kunden, mehr zu zahlen, sinkt. Die Margen geraten dadurch unter Druck. Auch der geplante Personalabbau kostet Geld, vor allem wenn er sozialverträglich umgesetzt wird.

Massive Jobstreichungen bis 2026

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, plant Bosch einen umfassenden Personalabbau. In Deutschland sollen rund 22.000 Stellen wegfallen. Weltweit beläuft sich der Abbau auf etwa 29.000 Jobs. Betroffen sind vor allem Arbeitsplätze im Zulieferbereich. Auch andere Sparten müssen sparen. Das Management führt Verhandlungen an mehreren Standorten mit Arbeitnehmervertretern über die Umsetzung.

Ausblick 2026

Hartung erwartet keine schnelle Erholung. Für 2026 rechnet er mit einem verlangsamten Wachstum in den USA und in China. Die Aussichten für Europa und Deutschland bleiben trüb. Die Zielrendite von mindestens sieben Prozent, die für notwendige Zukunftsinvestitionen erforderlich ist, wird Bosch frühestens 2027 erreichen. Immerhin rechnet der Konzern für 2025 mit einem Umsatzwachstum von ein bis drei Prozent. Das liegt deutlich unter den mittelfristigen Zielen.

Appell für Reformen

Hartung nutzte das Gespräch auch für einen politischen Appell. Er fordert flexiblere Arbeitszeiten. Er verweist auf die Arbeitskultur in China, wo bei Bedarf zwölf Stunden täglich an sechs Tagen gearbeitet werde. Bosch könne technologisch mit jedem Wettbewerber mithalten. Die Rahmenbedingungen müssten jedoch stimmen. Gesellschaftliche Reformen seien notwendig, die Leistung belohnen und jungen Menschen Perspektiven bieten.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Dieselpreis unter Vorkriegsniveau: Entspannung mit Ablaufdatum

Dieselpreis unter Vorkriegsniveau: Entspannung mit Ablaufdatum

Die Preise an den Tankstellen sind zuletzt gesunken. Diesel kostet wieder weniger als vor dem Iran-Konflikt. Ursachen sind deutlich niedrigere Großhandelspreise und ein zeitlich befristeter Tankrabatt auf Kraftstoffe. Entwicklung an den Zapfsäulen Wer am Wochenende den Fuhrpark betankt hat, zahlte weniger für Diesel als kurz vor dem Iran-Krieg. Der Großhandelspreis

Warum so viele Beschäftigte ins Ausland wollen und was das für den Mittelstand bedeutet

Warum so viele Beschäftigte ins Ausland wollen und was das für den Mittelstand bedeutet

Viele Beschäftigte in Deutschland erwägen einen Job im Ausland. Die Gründe sind klar: höheres Einkommen, bessere Lebensqualität und weniger Abgaben. Die Tendenz betrifft auch eine junge Generation. Experten warnen, der Fachkräftemangel könnte dadurch in den kommenden Jahren stärker zunehmen. Die neue Lust auf den Job im Ausland Eine aktuelle Umfrage

On baut roboterbasierte Schuhproduktion in der Schweiz aus

On baut roboterbasierte Schuhproduktion in der Schweiz aus

Die Rückkehr der Schuhproduktion in ein Hochlohnland In den kommenden Jahren will der Laufschuhhersteller On deutlich mehr Schuhe in der Schweiz fertigen. Die Firma setzt dabei auf eine weitgehend automatisierte Produktion mit Robotern. Die Entscheidung ist mehr als eine PR-Aktion. Sie zeigt, dass sich hochautomatisierte Fertigung auch in einem teuren

China-Schock in Deutschland: Billigimporte aus China erklären nur einen Teil des Problems

China-Schock in Deutschland: Billigimporte aus China erklären nur einen Teil des Problems

Eine neue Analyse zeigt, dass der China-Schock nicht allein durch subventionierte Billigimporte zu erklären ist. Ein wesentlicher Anteil resultiert aus eigenem Versäumnis der deutschen Wirtschaft. Eine neue Studie stellt das gängige Bild infrage Die Untersuchung europäischer Ökonomen zeichnet ein deutlich komplexeres Bild des China-Schocks als eine bloße Dumpingwelle. Deutschland verliert