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BioNTech schließt CureVac-Übernahme ab und bündelt mRNA-Kompetenz

Photo by Mathurin NAPOLY / matnapo / Unsplash

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BioNTech hat die Übernahme des Tübinger Biotech-Unternehmens CureVac zum 18. Dezember 2025 abgeschlossen. Im Rahmen des Umtauschangebots wurden 86,75 Prozent der CureVac-Aktien eingereicht. Die Mindestannahmeschwelle von 80 Prozent wurde deutlich überschritten. Die verbleibenden Anteile sollen im Januar 2026 im Zuge einer gesetzlich vorgeschriebenen Nach-Umtausch-Umstrukturierung übernommen werden. CureVac wird danach nicht mehr an der Börse gehandelt. Die operative Integration in BioNTech beginnt.

Die strategische Bedeutung der Übernahme liegt in der Bündelung der mRNA-Kompetenz beider Unternehmen. BioNTech will seine Fähigkeiten im mRNA-Design, in der Formulierung von Wirkstoffen und in den Herstellungsprozessen stärken. Im Fokus steht die Weiterentwicklung mRNA-basierter Krebstherapien, für die bereits gemeinsame Projekte bestehen. Vorstandschef Ugur Sahin betont, dass die Zusammenführung der Technologieplattformen die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen und mRNA als eigenständige Wirkstoffklasse etablieren soll. Ziel ist es, auch jenseits von Impfstoffen neue Behandlungsmöglichkeiten zu erschließen.

Historisch betrachtet waren BioNTech und CureVac Konkurrenten im Rennen um den ersten mRNA-Impfstoff gegen das Corona-Virus. BioNTechs Vakzin erfuhr weltweiten Erfolg, CureVac scheiterte mit seinem Kandidaten an geringerer Wirksamkeit und geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Die Übernahme markiert eine strategische Neuausrichtung und das Ende eines langwierigen Patentrechtsstreits. Bereits im August 2025 hatten die Unternehmen vereinbart, offene Rechtsfragen im Zuge der Transaktion beizulegen. Die Fusion stärkt Deutschlands Biotech-Standort, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Jeggle. Zwei Vorreiter der mRNA-Technologie gehen künftig gemeinsam neue Wege.

Aus Sicht des deutschen Mittelstands liefert der Deal wichtige Erkenntnisse. Er zeigt, wie mittelständische Biotech-Unternehmen durch Partnerschaften oder Übernahmen ihre Innovationskraft bündeln und international konkurrenzfähig bleiben können. Der Fall betont zudem die Bedeutung langfristiger Investitionen in Schlüsseltechnologien – auch wenn kurzfristige Erfolge wie im CureVac-Fall ausbleiben. BioNTech plant, den Standort Tübingen zu erhalten und schrittweise in die eigene Struktur zu integrieren. So bleibt eine wichtige Forschungseinrichtung im deutschen Biotech-Ökosystem erhalten, die künftig gezielt in die Entwicklung von Onkologie-Therapien eingebunden wird.

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