zum Inhalt

Bayer erhebt Milliardenforderungen gegen Impfstoffhersteller im Patentstreit um mRNA-Technologie

Photo by Mathurin NAPOLY / matnapo / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Der Leverkusener Konzern Bayer hat eine umfassende Rechtsoffensive gegen die führenden Corona-Impfstoffhersteller gestartet. Er reichte Klagen gegen Pfizer, BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson bei Gerichten in Delaware und New Jersey ein. Zentral ist der Vorwurf der Patentverletzung bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen.

Alte Technologie im Fokus der Auseinandersetzung

Der Streit hat eine lange Geschichte. Bayer, zu dem auch Monsanto gehört, arbeitete in den 1980er Jahren an einem Verfahren zur Stabilisierung von Erbgutmaterial. Die Technik war für die Züchtung robuster Nutzpflanzen gedacht und entsprechend patentiert. Aus Bayers Sicht nutzten die Impfstoffhersteller dieses geschützte Verfahren später ohne Genehmigung. Demnach seien Proteinsequenzen so verändert worden, dass die mRNA-Impfstoffe im Körper die gewünschte Immunreaktion auslösen.

Milliardenumsätze als wirtschaftlicher Hintergrund

Die wirtschaftliche Dimension des Rechtsstreits ist erheblich. Bayer beharrt darauf, dass die betroffenen Unternehmen durch die unbefugte Nutzung der Technologie Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe erzielt haben. Im Jahr 2024 setzten Pfizer und BioNTech mit Comirnaty weltweit mehr als 3,3 Milliarden US-Dollar um. Moderna verdiente mit Spikevax rund 3,2 Milliarden US-Dollar. Die Beträge liegen deutlich unter dem Höhepunkt der Pandemie, bleiben aber beachtlich.

Es geht Bayer nicht um ein Verkaufsverbot der Impfstoffe. Es gehe um Schadensersatz und möglicherweise nachträgliche Lizenzgebühren. Bayer war selbst nie an der Entwicklung der Corona-Impfstoffe beteiligt und produziert auch keine.

Teil einer wachsenden Patentauseinandersetzung

Der Konflikt ist kein Einzelfall. Moderna hatte 2022 Pfizer wegen Patentverletzungen verklagt. In Großbritannien konnte Moderna in der Berufungsinstanz einen Sieg erringen. Weitere Verfahren in Europa und den USA laufen noch. Experten erwarten, dass die neuen Klagen von Bayer Jahre dauern werden. Die Biotechnologie ist komplex.

Ein Blick in die Zukunft zeigt: Die mRNA-Technologie wird auch außerhalb von Corona genutzt. Sie kommt bei Grippeimpfstoffen und Krebstherapien zum Einsatz. Die laufenden Patentstreitigkeiten könnten Auswirkungen auf dieses wachsende Feld haben.

Chancen und Risiken für die Branche

Der späte Zeitpunkt der Klage überrascht. Mehr als vier Jahre nach dem Beginn der Massenimpfungen könnte Bayer nachträgliche Lizenzgebühren fordern. Experten schätzen, dass solche Gebühren oft zwischen einem und drei Prozent des Umsatzes liegen. Für Bayer könnte sich eine solche Quote lohnen, da die Umsätze mehrere Milliarden betragen.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Porsche verkauft MHP an Tata und baut digitale Partnerschaft aus

Porsche verkauft MHP an Tata und baut digitale Partnerschaft aus

Porsche veräußert seine hundertprozentige Tochter MHP. MHP ist auf Management- und IT-Beratung spezialisiert und hat ihren Sitz in Ludwigsburg. Neuer Eigentümer wird Tata Consultancy Services. Der Vertrag wurde am 24. August unterzeichnet. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt kartell- und aufsichtsrechtlicher Genehmigungen. In den kommenden Monaten wird der Abschluss

Dulgers Forderung nach einer Wochenhöchstarbeitszeit

Dulgers Forderung nach einer Wochenhöchstarbeitszeit

Der Präsident der Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, setzt auf eine neue Arbeitszeitregel. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit soll 48 Stunden betragen. Er hält die bisherige Achtstundenregel für veraltet und wettbewerbsfeindlich. Wochenmodelle würden mehr Flexibilität für Unternehmen und Beschäftigte bringen. Dulger betont, dass niemand zu extrem langen Tagen gezwungen wird. Der Gesundheitsschutz bleibe wichtig.

EU-Rekordstrafe gegen AliExpress

EU-Rekordstrafe gegen AliExpress

Die EU-Kommission hat dem chinesischen Onlinehändler AliExpress eine Geldbuße von 550 Millionen Euro auferlegt. Das ist die bislang höchste Strafe im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste. Für deutsche Mittelständler bedeutet dies eine klare Botschaft: Der Onlinehandel mit günstigen Importwaren wird stärker reguliert. Die Verantwortung für Produktsicherheit wird deutlich zugeordnet.