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Bahn und GDL beginnen Tarifverhandlungen unter zweimonatiger Friedenspflicht

Photo by Oliver Sand / Unsplash

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Am Mittwoch haben die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer in Berlin die Tarifverhandlungen aufgenommen. Eine Friedenspflicht gilt bis Ende Februar; Streiks sind in diesem Zeitraum ausgeschlossen. Die erste Verhandlungsrunde wurde von beiden Seiten als sachlich beschrieben, doch es blieb ohne konkretes Ergebnis. Ein Angebot der Bahn lag zum Zeitpunkt nicht vor.

Forderungen und Zeitplan

Die GDL fordert für rund 10.000 Beschäftigte, die dem Tarifwerk der Gewerkschaft unterliegen, insgesamt acht Prozent mehr Geld innerhalb eines Jahres. Davon sollen 3,8 Prozent direkt als Gehaltserhöhung fließen. Weitere Erhöhungen will die Gewerkschaft durch Veränderungen im Tarifsystem erreichen, etwa durch die Einführung einer neuen Lohngruppe und höhere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer. Zusätzlich verlangt die GDL eine Fahrtkostenerstattung und einen größeren Mietkostenzuschuss.

Bis Ende Februar sind insgesamt 14 Verhandlungstage vorgesehen; die Branche bewertet das als ungewöhnlich umfangreich. Die nächste Runde soll am 22. Januar stattfinden; weitere Termine folgen Ende Januar und im Februar.

Neuer Verhandlungsstil unter neuem GDL-Chef

Es ist die erste Tarifrunde unter dem neuen GDL-Vorsitzenden Mario Reiß, der Claus Weselsky ablöste. Reiß zeigt sich optimistisch, am Verhandlungstisch zu einem Ergebnis zu kommen. Aus Sicht der Gewerkschaft müsse die Bahn die Beschäftigten finanziell wieder in die Mittelschicht rücken. Ein langes Arbeitsleben solle zu einer zuverlässigeren Altersvorsorge beitragen. Reiß betont einen kooperativen Ansatz: Die Gewerkschaft wolle konstruktiv verhandeln, bleibe aber bei Bedarf auch konfrontativ.

Die Bahn signalisiert ebenfalls Gesprächsbereitschaft. Personalvorstand Martin Seiler erklärte, man wolle die Zeit nutzen, um einen fairen und tragfähigen Kompromiss zu erreichen. Gleichzeitig verweist der Konzern auf die gegenwärtige Krise und die geplante Neuaufstellung unter der neuen Bahn-Chefin Evelyn Palla.

Relevanz für andere Branchen

Die Tarifverhandlungen bei der Bahn sind auch für andere Unternehmen relevant. Sie zeigen, wie sozialpartnerschaftliche Lösungen durch Friedenspflichten und ausführliche Verhandlungszeiträume möglich werden. Sollte es dennoch zu keiner Einigung kommen, könnten ab März Arbeitskämpfe drohen. Als Alternative ist eine Schlichtung vorgesehen, die erfahrungsgemäß mehrere Wochen dauert.

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