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Ärzte fordern Entlastung bei der ePA-Pflicht

Photo by Maksym Kaharlytskyi / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Seit dem 1. Oktober 2025 müssen Ärztinnen und Ärzte Behandlungsdaten wie Befunde, Laborergebnisse und Arztbriefe in die elektronische Patientenakte einstellen. Die Pflicht stammt aus dem Digitalgesetz. Praxen melden dadurch einen höheren Verwaltungsaufwand. Gleichzeitig drängen Medizintechnikunternehmen und Health-Startups auf schnelleren Zugriff auf anonymisierte Gesundheitsdaten, um Innovationen voranzutreiben. Der Konflikt zwischen Praxisbelastung und industrieller Datennutzung wirft Fragen nach fairen Rahmenbedingungen auf. Besonders mittelständische Technikanbieter im Gesundheitssektor spüren den Druck.

Ärztlicher Alltag unter neuer Pflicht

Die ePA-Pflicht verlangt von Praxen, alle relevanten Behandlungsdaten elektronisch zu speichern. Patienten können Widerspruch einlegen, und die Praxissoftware muss Einwände dokumentieren. Viele Ärztinnen und Ärzte kritisieren, dass der Aufwand für Dateneingabe und -verwaltung nicht ausreichend vergütet wird. Ab 2026 drohen Sanktionen bei Nichtnutzung, doch klare Regelungen zur finanziellen Abgeltung fehlen. Kleine Praxen stehen vor technischen und personellen Herausforderungen bei der Integration in die Telematikinfrastruktur.

Industrie setzt auf Daten für Innovationen

Gesammelte Gesundheitsdaten gewinnen für die Medizintechnik an Bedeutung. Der European Health Data Space (EHDS) soll anonymisierte Daten europaweit für Forschung und Produktentwicklung nutzbar machen. Startups wie Patientus und Anbieter digitaler Gesundheitsanwendungen setzen heute auf datenbasierte Dienste. Von Telemedizin bis zu personalisierten Therapieempfehlungen ist vieles möglich. Der Zugang zu hochwertigen Datensätzen bleibt jedoch langwierig. Die ePA steht seit Januar 2025 flächendeckend für gesetzlich Versicherte bereit, doch Unternehmen dürfen erst ab Juli 2025 pseudonymisierte Daten für Forschungszwecke nutzen. Viele Firmen drängen auf eine Beschleunigung der Prozesse, um Geschäftsmodelle schneller skalieren zu können.

Sicherheit versus Offenheit: Die Balance für den Mittelstand

Für technische Entscheider im deutschen Mittelstand bedeutet der Konflikt klare Handlungsaufträge. Einerseits müssen IT-Systeme in Praxen und Kliniken nahtlos mit der ePA verbunden werden, um die Vorgaben zu erfüllen. Anderseits steigen die Anforderungen an Datensicherheit. Die Speicherung sensibler Informationen muss DSGVO-konform erfolgen, etwa durch Blockchain-basierte Verschlüsselung oder zertifizierte Cloud-Lösungen. Gleichzeitig erwarten Startups und Medizintechnikhersteller von Plattformanbietern Interoperabilität. Tools müssen sich in bestehende Infrastrukturen einbinden lassen. Wer hier nicht mit innovativen, aber sicheren Lösungen punktet, riskiert den Anschluss im Wettbewerb.

Lösungsansätze im Fokus

Experten sehen zwei zentrale Hebel, um den Interessenskonflikt abzufedern. Erstens sollten Ärzte stärker in die Gestaltung der ePA-Praxen einbezogen werden, zum Beispiel durch benutzerfreundlichere Softwareoberflächen oder eine pauschale Vergütung für den Dateneingabeaufwand. Zweitens gilt es, klare Standards für die anonymisierte Weitergabe von Forschungsdaten zu schaffen, ohne das Patientenvertrauen zu untergraben. Für mittelständische Technikanbieter lohnt sich die frühzeitige Entwicklung von Modulen, die sowohl die gesetzlichen Pflichten erfüllen als auch anonymisierte Datensätze für die Industrie aufbereiten. Die Kombination aus Datenschutzkompetenz und Praxisnähe kann sich zum Wettbewerbsvorteil entwickeln.

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