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Gasverbrauch 2025 steigt um fünf Prozent: Mittelständler müssen Energieeffizienz und Lastmanagement priorisieren

Photo by American Public Power Association / Unsplash

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Laut der Bundesnetzagentur ist der Gasverbrauch in Deutschland im Zeitraum Januar bis Oktober 2025 um 5,05 Prozent gestiegen. Bei einem Gesamtverbrauch von 666 Terawattstunden wurden rund 32 Terawattstunden mehr verbraucht als im Vorjahreszeitraum. Netzagentur-Präsident Klaus Müller bestätigte diese Zahlen in Gesprächen mit der Funke-Mediengruppe. Der Anstieg verteilt sich auf Haushalte und Gewerbe mit 37 Prozent sowie auf die Industrie mit 63 Prozent Anteil am Gesamtverbrauch. Trotz der gestiegenen Nachfrage bleibt die Versorgungssicherheit gewahrt; die Gasspeicher sind aktuell zu 75 Prozent gefüllt, und LNG-Terminals stehen als alternative Bezugsquellen bereit.

Höhere Verbrauchsmengen bei moderatem Speicherstand

Die aktuelle Situation unterscheidet sich deutlich von den Vorjahren, in denen Sparaufrufe an die Bevölkerung nötig waren. Müller erklärte, man verzichte bewusst auf Empfehlungen wie das Absenken der Heiztemperatur, um gesellschaftliche Diskussionen zu vermeiden. Gleichzeitig warnt er vor sorglosem Umgang mit Gas: „Ein Blick auf die Preise zeigt, dass Verschwendung nicht angebracht ist." Extreme Szenarien wie kriegerische Auseinandersetzungen oder ein extrem kalter Winter seien derzeit nicht absehbar, doch die Kombination mehrerer Risikofaktoren könnte die Lage schnell verschärfen. Für energieintensive Unternehmen im Mittelstand bedeutet dies, sich nicht auf die aktuelle Stabilität zu verlassen, sondern proaktiv zu handeln.

Preisdruck durch Netzentgelte und CO2-Kosten

Neben dem gestiegenen Verbrauch belasten weitere Faktoren die Kostenstrukturen mittelständischer Betriebe. Ab 2025 steigen Netzentgelte deutlich. Selbst bei konstantem Verbrauch erhöhen sich die Kosten in bestimmten Regionen um bis zu 11.000 Euro pro Jahr. Besonders betroffen sind Regionen wie Brandenburg oder Sachsen-Anhalt. Hinzu kommt der weiter steigende CO2-Preis, der Gas langfristig verteuert. Experten weisen darauf hin, dass Zeiten billigen Gases vorbei sind. Unternehmen müssen daher nicht nur kurzfristig handeln, sondern ihre Energiebeschaffung strategisch neu ausrichten.

Energieeffizienz als Schlüssel zur Kostensenkung

Ein wirksamer Hebel für den Mittelstand ist die Steigerung der Energieeffizienz. Analysen zeigen, dass sich durch systematische Maßnahmen wie Wärmerückgewinnung oder Lastspitzenvermeidung Einsparungen von fünf bis zwanzig Prozent erzielen lassen. Ein Beispiel aus der Metallverarbeitung verdeutlicht dies: Durch die Installation eines Wärmerückgewinnungssystems senkte ein Unternehmen seinen Energieverbrauch um 20 Prozent, und die Investition amortisierte sich innerhalb von 18 Monaten. Förderprogramme wie die BAFA-Richtlinie Energieeffizienz im Mittelstand unterstützen solche Vorhaben finanziell. Branchenübergreifende Energieeffizienz-Netzwerke bewähren sich, in denen Unternehmen Erfahrungen austauschen und gemeinsam Maßnahmen umsetzen.

Lastmanagement optimiert Kosten und Netzstabilität

Neben der Effizienzsteigerung gewinnt Lastmanagement zunehmend an Bedeutung. Intelligente Systeme steuern den Energieverbrauch automatisiert, vermindern Lastspitzen und nutzen günstige Stromphasen optimal. Dadurch sinken Netzentgelte und die Netzstabilität wird gestärkt, besonders wichtig im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien. Unternehmen, die solche Systeme einsetzen, können zudem an Flexibilitätsmärkten teilnehmen und zusätzliche Einnahmen erzielen. Die Kombination aus Energiemanagement und Laststeuerung gilt als Schlüssel, um Kosten zu senken und die Resilienz gegenüber Preisschwankungen zu erhöhen.

Langfristige Strategien sichern Wettbewerbsvorteile

Für energieintensive Betriebe lohnt es sich, langfristige Beschaffungsverträge zu prüfen und die Energiequellen zu diversifizieren. Gleichzeitig sollten Unternehmen ihre Abhängigkeit von Gas schrittweise verringern, etwa durch den Ausbau eigener Erzeugungskapazitäten wie Photovoltaik. Entscheidend ist eine ganzheitliche Planung, die technische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte berücksichtigt. Branchenverbände betonen: Energieeffizienz ist nicht nur Kostenfaktor, sondern auch Wettbewerbsvorteil – besonders in Zeiten knapper Margen. Wer jetzt in transparente Verbrauchskontrolle und moderne Steuerungssysteme investiert, sichert sich langfristig stabile Kosten und unabhängigeres Handeln.

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