zum Inhalt

Deutschland erzielt Rekord bei Einnahmen aus CO2-Rechten

Photo by Marcin Jozwiak / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Deutschland hat im Jahr 2025 mehr als 21,4 Milliarden Euro mit dem Emissionshandel verdient. Das ist der höchste Betrag, den der Staat jemals erzielt hat.

Der Vergleich zum Vorjahr zeigt einen deutlichen Anstieg. 2024 lagen die Einnahmen bei 18,5 Milliarden Euro.

Die Erlöse stammen aus zwei Systemen. Der europäische Emissionshandel gilt für große Industrieanlagen. Der nationale Handel umfasst Wärme und Verkehr.

Langfristige Perspektive

Seit dem Start des Emissionshandelssystems im Jahr 2008 hat der Staat insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro eingenommen.

Dieses Geld fließt direkt in den Klima- und Transformationsfonds. Mit ihm werden konkrete Klimaschutzmaßnahmen finanziert.

Zu den Förderzielen gehören die energetische Sanierung von Gebäuden, die Umstellung der Industrie auf klimaneutrale Produktion, der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und der Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos.

Wie der Emissionshandel mittelständische Unternehmen betrifft

Der Emissionshandel funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Wer Treibhausgase ausstößt, braucht Berechtigungen.

Im europäischen System betrifft dies große Kraftwerke, Industrieanlagen sowie Flug- und Seeverkehr.

Unternehmen kaufen Zertifikate über Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig.

Im Jahr 2025 lag der Durchschnittspreis pro Tonne Kohlendioxid bei rund 74 Euro. 2024 betrug er etwa 65 Euro.

Nationale Handelssysteme im Brennstoffmarkt

Das nationale System erfasst vor allem den Brennstoffmarkt in den Sektoren Wärme und Verkehr. Benzin, Diesel, Heizöl, Erdgas und Kohle werden besteuert. Seit 2024 gilt dies auch für die Verbrennung von Abfällen.

Die Abgaben werden von Gasversorgern und Mineralölkonzernen erhoben und an die Endkunden weitergegeben.

Preise steigen und Erträge wachsen

Der Hauptgrund für den Anstieg der Einnahmen sind die höheren Zertifikatpreise.

Im nationalen Handel stiegen die Preise von 45 Euro pro Tonne im Jahr 2024 auf 55 Euro im Jahr 2025.

Auch im europäischen Emissionshandel zogen die Preise an. Die Auktionserlöse für Deutschland betrugen rund 5,4 Milliarden Euro.

Aus dem nationalen System flossen zudem 16 Milliarden Euro in die Staatskasse.

Versteigerungen zeigen hohe Emissionen in Gebäuden und Verkehr

Die Menge der versteigerten Zertifikate im nationalen System war 2025 hoch. Insgesamt wurden 294 Millionen Berechtigungen verkauft.

Fachleute des Umweltbundesamtes sehen darin ein Zeichen dafür, dass die Emissionen in Gebäuden und im Verkehr weiterhin zu hoch sind. Der Handlungsdruck bleibt hoch.

Übergang zum europäischen System verzögert sich

Ab 2028 soll das nationale Zertifikatsystem weitgehend durch ein europäisches System für Brennstoffe ersetzt werden.

Ursprünglich war die Umstellung für 2027 geplant. Sie wurde um ein Jahr verschoben.

Die Verzögerung soll verhindern, dass Heiz- und Tankstellenpreise stark ansteigen. Experten warnen jedoch, dass die Modernisierung dadurch länger braucht und Klimaziele gefährdet.

Ausblick ab 2026

Ab 2026 wird es eine weitere Neuerung geben. Nationale Berechtigungen werden erstmals versteigert statt zu festen Preisen abgegeben.

Die Versteigerungspreise sollen zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne liegen. Damit könnten die Staatseinnahmen steigen und Emissionsreduktionen stärker angereizt werden.

Gewinnen Sie neue Kunden über das Maschinen Journal
MJ Image

Das Maschinen Journal erreicht jeden Monat tausende Entscheider aus dem industriellen Mittelstand. Nutzen Sie unsere Reichweite, um Ihre Produkte genau dort zu platzieren, wo Kaufentscheidungen entstehen.

Sie wollen mehr Anfragen erzielen?

→ Jetzt Artikel anfragen

Aktuelles

Deutsche Mittelständler verlagern Produktion nach China

Deutsche Mittelständler verlagern Produktion nach China

Der chinesische Markt gewinnt zunehmend an Anziehungskraft für deutsche Mittelständler. Im Jahr 2025 flossen rund sieben Milliarden Euro neue Direktinvestitionen aus Deutschland in China. Das ist der höchste Wert seit 2021 und liegt rund 50 Prozent über dem Niveau von 2024. Der Trend ist eindeutig. Immer mehr Betriebe folgen den

EU-Gipfel in Belgien: Merz und Macron verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte bei Wirtschaftsreformen

EU-Gipfel in Belgien: Merz und Macron verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte bei Wirtschaftsreformen

Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron treten beim informellen EU-Gipfel in Alden Biesen geschlossen auf. Hinter dem Schulterschluss verbergen sich jedoch unterschiedliche Strategien für notwendige Wirtschaftsreformen. Beide Staaten sehen die europäische Industrie unter Druck. Sie fordern schnelle Schritte, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Merz setzt auf umfassenden Bürokratieabbau.

Tagesthemen vom 10.02.2026

Bahn-Generalsanierung in NRW: Was Unternehmen jetzt beachten müssen Bis zum 10. Juli 2026 ist die zentrale Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen gesperrt. Fernzüge werden über Düsseldorf und das Ruhrgebiet umgeleitet und brauchen bis zu 40 Minuten länger. In Wuppertal und Solingen entfällt der Fernverkehr komplett, Hagen verliert ihn vorübergehend.