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Chinesische Hersteller greifen bei Plug-in-Hybriden an: BYD überholt Volkswagen in Europa

Photo by Toa Heftiba / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Zölle als entscheidender Erfolgsfaktor

BYD hat in Europa einen wichtigen Meilenstein erreicht. Der Seal U ist nun Europas meistverkaufter Plug-in-Hybrid. Er verdrängt den Tiguan von Volkswagen aus der Spitze. Im Jahr 2025 verzeichnet BYD rund 72.800 Neuzulassungen. Volkswagen kommt auf etwa 66.000 Einheiten. Das Ergebnis signalisiert eine grundlegende Verschiebung in der europäischen Automobillandschaft. Technische Entscheidungsträger in mittelständischen Unternehmen sollten aufmerksam bleiben.

Marktdynamik: Schnelles Wachstum der chinesischen Hersteller

In ganz Europa stiegen 2025 die Gesamtzahlen der Neuzulassungen nur gering. Zwei Prozent. Die chinesischen Autobauer verdoppelten nahezu ihre Verkäufe. Im Segment Plug-in-Hybride wuchs der Anteil der chinesischen Hersteller deutlich stärker. Die Zulassungszahlen stiegen um mehr als 600 Prozent. Im November und Dezember 2025 hatten chinesische Anbieter in Europa höhere Marktanteile als Hyundai und Kia. Auch in Deutschland zeigte sich der Trend. BYD und MG verkauften 2025 mehr Fahrzeuge als der US-Hersteller Tesla.

Marktstärke variiert regional

Der Anteil chinesischer Marken variiert stark von Land zu Land. In Großbritannien verdoppelte sich der Marktanteil chinesischer Hersteller. Er stieg von rund fünf auf knapp zehn Prozent. In Italien lag er bei mehr als acht Prozent. In Spanien lag er bei rund zehn Prozent. Deutschland blieb mit etwa zwei Prozent hinter dem Liga-Durchschnitt zurück. Es gab jedoch einen Anstieg von 0,9 Prozentpunkten im Vorjahr.

Rolle des Dienstwagenprivilegs

Der Dienstwagenprivileg begünstigt Plug-in-Hybride gegenüber reinen Elektroautos. Die Finanzämter rechnen für Plug-in-Hybride nur 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil an. Die neue Bundesregierung beschloss rückwirkend zum 1. Januar 2026 eine Elektroauto-Prämie. Sie gilt auch für Plug-in-Hybride, wenn diese mindestens 80 Kilometer rein elektrisch fahren können.

Massive Investitionen in Infrastruktur

BYD plant langfristig zu wachsen. Bis Ende 2025 plant das Unternehmen rund 1.000 Verkaufsstellen in Europa. Für 2026 ist eine Verdopplung auf 2.000 Standorte vorgesehen. In Deutschland soll das Netz von 150 auf 350 Standorte wachsen. Im ersten Halbjahr 2026 geht ein neues Produktionswerk in Ungarn in Betrieb. Ein weiteres Werk in der Türkei ist geplant. Spanien gilt als Standort einer dritten europäischen Fabrik. BYD will Denza im Frühjahr 2026 auf dem deutschen Markt einführen, um die Oberklasse zu bedienen. Die Expansion ist eine langfristige Strategie.

Reaktion der deutschen Hersteller

Deutsche Hersteller halten bei Plug-in-Hybriden mit. VW, Mercedes und BMW hatten 2025 zusammen über 50 Prozent der europäischen Zulassungen in dieser Kategorie. Der VW-Konzern verantwortete rund 30 Prozent. Der VW-Konzern steigerte die BEV-Verkäufe in Europa 2025 um 66 Prozent. Sie beliefen sich auf 742.800 Fahrzeuge. Die Geschwindigkeit der Aufholung chinesischer Anbieter bleibt beeindruckend. 2024 hatten chinesische Hersteller rund drei Prozent Anteil am Plug-in-Hybrid-Markt. 2025 waren es bereits 14 Prozent.

Experten der deutschen Industrie warnen vor Versäumnissen. Eine Umfrage der Deutschen Automobil Treuhand zeigt, dass 29 Prozent der deutschen Pkw-Halter grundsätzlich offen für ein chinesisches Auto sind. Ein Jahr zuvor waren es 25 Prozent. Gleichzeitig vertrauen deutsche Kunden etablierten Marken stärker. Chinesische Hersteller müssen beim Dienst- und Servicenetz noch aufholen.

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