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Photo by Fabio Bracht / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Erstmals in der Geschichte hat Amazon den bisherigen Marktführer Walmart beim Umsatz überholt. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Amazon Umsatzerlöse von rund 717 Milliarden US-Dollar. Walmart kam auf 713,2 Milliarden. Damit endet Walmarts mehr als zehn Jahre währende Führungsrolle. Der Vorsprung ist knapp, signalisiert aber einen grundlegenden Wandel. Traditionelle Einzelhandelmodelle verlieren an Bedeutung gegenüber diversifizierten Technologiekonzernen.

Technologie und Cloud als Wachstumsmotoren

Amazon stärkt sich durch Diversifizierung. Der Konzern erzielt Umsätze nicht nur durch Warenhandel. Etwa ein Viertel der Gesamtumsätze stammt aus Seller-Services, dazu kommen Provisionen und Logistikgebühren. Das Werbegeschäft wächst rasant und erreicht rund 69 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Es wächst um etwa 22 Prozent.

Noch bedeutsamer ist Amazon Web Services. Die Cloud-Sparte erzielt knapp 129 Milliarden US-Dollar Umsatz und wächst im Jahresdurchschnitt um rund 20 Prozent. Sie trägt damit fast ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei. Im vierten Quartal beschleunigte sich das AWS-Wachstum sogar auf 24 Prozent.

Wachstumsimpulse für den Mittelstand

Diese Zahlen sollten mittelständische Unternehmen aufmerksam machen. Die Cloud-Infrastruktur wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wer Prozesse nicht in die Cloud verlagert oder KI-basierte Lösungen nutzt, riskiert Rückstände. Amazon hat erkannt, dass Rechenzentren und Datenverarbeitung lukrativer sind als reiner Warenhandel.

Das nächste Schlachtfeld: Künstliche Intelligenz

Der Wettbewerb verlagert sich in den Bereich der Künstlichen Intelligenz. Walmart setzt auf Kooperationen. Das Unternehmen arbeitet mit OpenAI und Google zusammen und hat den KI-Einkaufsassistenten Sparky entwickelt. Nutzer, die Sparky verwenden, geben laut Walmart rund 35 Prozent mehr pro Bestellung aus. Circa die Hälfte der Nutzer der Walmart-App setzt den Assistenten ein.

Amazon verfolgt eine deutlich aggressivere Strategie. Das Unternehmen blockiert externe KI-Anbieter und konzentriert sich auf interne Lösungen wie seinen KI-Assistenten Rufus. Rufus basiert auf eigenen Modellen sowie Technologien des KI-Unternehmens Anthropic. Amazon gibt an, dass mehr als 300 Millionen Kunden Rufus genutzt haben und der Assistent im vergangenen Jahr rund zwölf Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Jahresumsätzen generierte. Das ist ein klares Signal: KI dient nicht nur der Effizienz, sondern treibt Umsatz direkt voran.

Massive Investitionen in die Zukunft

Um seine Führungsposition zu sichern, kündigte Amazon an, in diesem Jahr bis zu 200 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur, Chipentwicklung und verwandte Technologien investieren zu wollen. Das ist eine beispiellose Summe und zeigt, wie ernst es dem Unternehmen mit der KI-Revolution ist. Walmart plant Investitionen von rund 3,5 Prozent des Jahresumsatzes in KI, Automatisierung und Filialumbauten.

Lehren für den deutschen Mittelstand

Für den deutschen Mittelstand ergibt sich daraus eine klare Lektion. Reine Prozessoptimierung reicht nicht mehr aus. Unternehmen müssen KI-gestützte Systeme in ihre Wertschöpfung integrieren. Datenverarbeitung muss zu neuen Geschäftsmodellen führen. Die Strategie von Amazon zeigt, dass Diversifizierung und Investitionen in Zukunftstechnologien wichtiger sind als bloße Marktanteile im klassischen Geschäft.

Walmarts neuer Kurs

Walmart wechselte im Dezember 2025 von der New York Stock Exchange zur Nasdaq, um sich stärker als Technologiekonzern zu positionieren. Die Marktkapitalisierung überschritt kürzlich die Marke von einer Billion US-Dollar. Das zeigt: Auch traditionelle Handelsunternehmen erkennen die Bedeutung von Technologie. Der Führungswechsel ist damit weniger ein Zeichen von Schwäche als ein Indiz für einen grundlegenden Strukturwandel der Wirtschaft.

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