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Airbus blickt auf das Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Umsatz legte um sechs Prozent zu und erreichte 73,4 Mrd. Euro. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um ein Drittel auf 7,1 Mrd. Euro. Mit 793 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen setzte das Unternehmen eine neue Jahreshöchstmarke. Die Entwicklung signalisiert mittelständischen Zulieferern und Kunden in der Luftfahrt Stabilität und Wachstum in einem wichtigen Industriezweig.

Triebwerke als kritisches Nadelöhr

Das Hauptproblem liegt jedoch woanders. Airbus-Chef Guillaume Faury kritisierte die unzureichende Lieferung des US-Triebwerkherstellers Pratt & Whitney deutlich. Der Mangel an Triebwerken bremst den Hochlauf der Produktion der A320-Familie erheblich. Faury ließ anklingen, dass Airbus rechtliche Schritte prüft. Das ist in der Branche ein ungewöhnlich offener Konflikt und zeigt, wie angespannt das Verhältnis zu den amerikanischen Partnern geworden ist. Die Engpässe bei Triebwerken werden sich laut Faury auch 2026 und 2027 fortsetzen. Das hat unmittelbare Folgen für alle Beteiligten in der Lieferkette. Zulieferer, die von Airbus abhängig sind, müssen mit weiteren Verzögerungen rechnen. Fluggesellschaften erleben weitere Verschiebungen ihrer Liefertermine. Für Finanzentscheider bedeutet dies, dass Investitionszyklen nicht wie geplant verlaufen.

Ambitionierte Ziele für 2026 unter Druck

Airbus will 2026 870 Verkehrsflugzeuge liefern. Das wäre knapp zehn Prozent mehr als 2025 und würde einen neuen Rekord bedeuten. Gleichzeitig peilt das Unternehmen ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 7,5 Mrd. Euro an. Marktbeobachter zweifeln jedoch an der Realisierung dieser Ziele. Die Aktie fiel nach der Bilanzvorlage um rund acht Prozent. Anleger zeigten Skepsis gegenüber der Zielsetzung.

Auftragsbestand bietet langfristige Sicherheit

Trotz der Schwierigkeiten in der Produktion besitzt Airbus einen hohen Auftragsbestand. 8.754 Verkehrsflugzeuge stehen im Auftragsbuch. Der Gesamtwert beläuft sich auf rund 619 Mrd. Euro. Das schafft Planungssicherheit von etwa zehn Jahren. Unter normalen Bedingungen wäre das ein Traum für Industriekonzerne. Doch die Praxis zeigt: Ein prall gefülltes Auftragsbuch nützt wenig, wenn Lieferketten die Mengen nicht rechtzeitig produzieren können.

Verteidigungssparte wächst stärker

Eine positive Entwicklung ergibt sich in der Verteidigungs- und Raumfahrtpraxis. Die Sparte Verteidigung und Raumfahrt verzeichnete 2025 ein Umsatzwachstum von elf Prozent auf 13,41 Mrd. Euro. Das profitiert von höheren Rüstungsinvestitionen in Europa und geopolitischen Spannungen. Auch die Helikoptersparte legte um 13 Prozent zu. Diese Stabilität in Nischenbereichen kompensiert teilweise die Probleme im Kerngeschäft Verkehrsflugzeuge.

Was das für den Mittelstand bedeutet

Für mittelständische Unternehmen in Deutschland, die als Zulieferer oder Serviceanbieter an Airbus gebunden sind, ergeben sich neue Anforderungen. Der Konzern wird weiter unter Druck daran arbeiten, seine Lieferketten zu straffen und unabhängiger von einzelnen Zulieferern zu werden. Im Dezember 2025 übernahm Airbus wichtige Standorte des US-Zulieferers Spirit AeroSystems. Das deutet auf eine Strategie hin, bestimmte Produktionsschritte selbst zu kontrollieren. Entscheider im deutschen Mittelstand sollten damit rechnen, längere Planungszyklen und möglicherweise niedrigere Bestellmengen im kommenden Jahr zu erhalten. Gleichzeitig ergeben sich Chancen für Unternehmen, die Airbus dabei helfen, die Lieferkette zu straffen und Ausfallrisiken zu minimieren.

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